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Warum zwei Drittel aller KI Projekte scheitern

Germany 9 min read
Author
Jens Hohnwald

Warum scheitern so viele KI-Initiativen trotz Milliardeninvestitionen?

Die Technologie ist längst verfügbar, die Umsetzung bleibt die größte Herausforderung. Laut  dem Kyndryl Readiness Report investieren neun von zehn Unternehmen bereits in KI, gleichzeitig verharren rund zwei Drittel aller Projekte in der Pilotphase. Für viele Unternehmen entscheidet sich nun, ob KI ein kurzfristiger Effizienzgewinn bleibt oder zum echten Wettbewerbsvorteil wird.

Weitere Entwicklungen aus dem Markt:

  1. Almato übernimmt Aristech und erweitert sein Portfolio um KI-basierte Sprachtechnologien für den Kundenservice.
  2. The Nutriment Company übernimmt Frostfutter Perleberg und Ebarf und stärkt seine Position im deutschen Markt für Premium Tiernahrung.
  3. Bantleon übernimmt die verbleibenden Anteile an Bantleon Convertible Experts und baut seine Position im Markt für Wandelanleihen weiter aus.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen. 



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Holcim schließt die milliardenschwere Übernahme des Baustoffherstellers Xella ab und stärkt seine Position im europäischen Baustoffmarkt.

Construction

Holcim

n.v.

n.v.

02

Almato übernimmt den KI Spezialisten Aristech und erweitert sein Portfolio um KI basierte Sprachtechnologien für den Kundenservice.

TMT

Almato

n.v.

Friedrich Graf von Westphalen & Partner

03

The Nutriment Company übernimmt Frostfutter Perleberg und Ebarf von K&K Petfood und baut seine Präsenz im deutschen Tiernahrungsmarkt aus.

Consumer

The Nutriment Company

Grant Thornton Deutschland

n.v.

04

Live.Team übernimmt Sport Signage und stärkt gezielt seine Kompetenzen im Motorsport und Sportmarketing.

Business Services

Live.Team

n.v.

Baker Tilly

05

Uzin Utz übernimmt Alferproline und stärkt seine Marktposition sowie sein Produktangebot im Bereich Bau und Outdoor Systemlösungen.

Construction

Uzin Utz

RSM Ebner Stolz

n.v.

06

Bantleon übernimmt die verbleibenden 38 % an Bantleon Convertible Experts und hält künftig 100 % des Wandelanleihen-Spezialisten.

Financial services

Bantleon

n.v.

n.v.


Deal der Woche

Holcim setzt auf die Zukunft des Bauens

Mit der Übernahme von Xella erweitert Holcim sein Geschäft weit über klassische Baustoffe hinaus. Mit Marken wie Ytong, Hebel, Silka und Multipor stärkt der Konzern sein Angebot rund um energieeffiziente Sanierungen, modulares Bauen und intelligente Wandsysteme.

Besonders spannend: Xella bringt auch digitale Kompetenzen mit. Über die Plattform blue.sprint werden KI-gestützte 3D Baumodelle direkt mit der Produktion verknüpft, um Bauprozesse effizienter zu gestalten und Materialien bedarfsgerecht auf die Baustelle zu liefern.

Die Transaktion zeigt, wohin sich die Branche entwickelt: Wachstum entsteht künftig nicht mehr allein durch Baustoffe, sondern durch integrierte Lösungen, Digitalisierung und energieeffiziente Gebäude.


Unternehmen investieren Milliarden in KI, die Umsetzung bleibt die größte Baustelle

Viele Unternehmen sehen die Risiken der digitalen Transformation klar vor sich, fühlen sich darauf aber nur unzureichend vorbereitet. Laut dem aktuellen Kyndryl Readiness Report geben lediglich 31 % der Unternehmen an, für externe Risiken gerüstet zu sein. Gleichzeitig nennen 62 % Cyberangriffe als größte Bedrohung. Auch wirtschaftliche Unsicherheiten, regulatorische Veränderungen und geopolitische Spannungen sorgen für eine deutliche Lücke zwischen Problembewusstsein und tatsächlicher Handlungsfähigkeit.

Diese Diskrepanz zeigt sich auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Obwohl rund neun von zehn Unternehmen in KI investieren, bleiben etwa zwei Drittel der Projekte in der Pilotphase stecken. Der Grund liegt häufig weniger in der Technologie selbst als in fehlenden Governance Strukturen, fragmentierten Datenlandschaften und einer Organisation, die noch nicht auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI ausgerichtet ist.

2026 dürfte deshalb zum Jahr der Umsetzung werden. Entscheidend ist nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen, sondern wie konsequent sie ihre Prozesse, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen anpassen. Wer diese Transformation schneller bewältigt, verschafft sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.


Die stille Deindustrialisierung: Deutschlands Industrie baut weniger auf, statt massiv abzubauen

Die deutsche Industrie schrumpft nicht durch eine Entlassungswelle, sondern durch eine deutlich nachlassende Einstellungsdynamik. Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Während die Zahl beendeter Beschäftigungsverhältnisse vergleichsweise stabil bleibt, ist die Zahl neu begonnener Arbeitsverhältnisse seit 2022 stark eingebrochen. Besonders im verarbeitenden Gewerbe fällt die Entwicklung deutlich schwächer aus als in der übrigen Wirtschaft.

Das ist ein Warnsignal für den Industriestandort Deutschland. Viele Unternehmen schaffen seltener neue Stellen oder besetzen frei werdende Positionen nicht mehr nach. Gleichzeitig verliert die Industrie seit Jahren an Bedeutung: Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung ist von 22 % im Jahr 2014 auf 19,3 % im Jahr 2024 gesunken.

Für M&A Akteure könnte daraus neuer Handlungsdruck entstehen. Restrukturierungen, Automatisierung und strategische Konsolidierungen dürften in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.


China gewinnt an Stärke, Europa gerät unter Druck 

Die Weltwirtschaft driftet auseinander. Während China seine Exportstärke weiter ausbaut und die USA hohe Defizite in Kauf nehmen, gerät Europa zunehmend unter Druck. Die Grafik aus einer aktuellen IW-Analyse  zeigt, wie sich die Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands seit ihrem Höchststand deutlich abgeschwächt haben: von 8,1 % des BIP im Jahr 2015 auf 4,4 % im Jahr 2025. Gleichzeitig wächst Chinas Überschuss wieder deutlich an.

Diese Entwicklung ist mehr als eine makroökonomische Kennzahl. Sie verdeutlicht eine strukturelle Verschiebung der globalen Wettbewerbsfähigkeit. China gewinnt Marktanteile in strategischen Industrien, die USA bleiben der weltweit größte Konsummarkt und Europa verliert an wirtschaftlicher Dynamik.

Besonders Deutschland steht vor einer Herausforderung. Das exportorientierte Geschäftsmodell gerät zunehmend unter Druck, während geopolitische Spannungen, neue Handelsbarrieren und der technologische Wettbewerb die Rahmenbedingungen verändern. Für Unternehmen bedeutet das: Internationale Expansion, Lieferketten und Investitionsentscheidungen müssen neu bewertet werden. Künftig werden Innovationskraft, Resilienz und technologische Souveränität zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.


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