Auch diese Woche gaben strategische Käufer den Ton an: Rund drei Viertel der 32 M&A-Deals im DACH-Raum kamen von Corporates, nicht von Finanzinvestoren. Unternehmen nutzen den Markt weiterhin, um ihre Positionen gezielt zu stärken, statt Kapital passiv zu parken.
Der Fokus lag dieses Mal auf der irischen PTSB: Die Aktionäre der Bank stimmten der Übernahme durch die österreichische BAWAG zu und ebneten damit den Weg für einen der größeren Bankendeals der Woche. Für BAWAG ist die Transaktion ein weiterer Baustein der europäischen Expansionsstrategie – und ein Beleg dafür, wie österreichische Finanzinstitute ihre Präsenz über die Grenzen des DACH-Raums hinaus ausbauen.
Auch anderswo bewegte sich einiges an der Schnittstelle von Energie und Kapital: TotalEnergies verkaufte eine 50-%-Beteiligung an einem 1,2-GW-Portfolio erneuerbarer Energien an KKR. Das ist ein Signal, dass Finanzinvestoren im europäischen Energiesektor weiterhin aktiv nach Beteiligungen suchen.
Und außerdem diese Woche:
- Worthington Steel trieb sein Delisting-Übernahmeangebot für Klöckner & Co weiter voran und rückt damit einem der komplexeren Industrie-Deals der Woche näher.
- MERKUR Group übernahm mit White Hat Studios einen US-amerikanischen iGaming-Anbieter und baut damit ihr internationales Content-Portfolio aus.
- EQT Real Estate erwarb ein paneuropäisches Logistikportfolio aus 14 Objekten für 532 Mio. Euro – einer der größten Immobiliendeals der Woche.
Vielen Dank fürs Lesen. Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Week Summary | 29.07.–05.08.26
In der Woche vom 29. Juli bis 5. August zählte der DACH-Raum 32 M&A-Deals. Den größten Anteil hatten Industrie und Fertigung mit sieben Transaktionen, vor Technologie/IT-Services mit sechs und Konsumgüter/Lebensmittel mit fünf Deals.
Auffällig war die internationale Reichweite vieler Transaktionen: MERKUR Group erwarb mit White Hat Studios einen US-amerikanischen iGaming-Anbieter, Brenntag sicherte sich mit Woojin Trading einen südkoreanischen Spezialchemie-Distributor, und Allianz Global Investors übernahm UOB Asset Management aus Singapur für 555 Mio. Singapur-Dollar.
Auch innerhalb Europas blieb es grenzüberschreitend aktiv: Der tschechische Munitionshersteller CSG erwarb den Industriestandort Gnaschwitz in Sachsen, während TotalEnergies eine 50-%-Beteiligung an einem 1,2-GW-Portfolio erneuerbarer Energien über mehrere europäische Märkte hinweg an KKR verkaufte.
Bei den Käufertypen dominierten strategische Investoren, doch Finanzinvestoren setzten ebenfalls klare Akzente: FSN Capital übernahm die Frankfurter Bäckereikette Eifler, Advent und HarbourVest einigten sich auf die Übernahme der FNZ Bank, und Lifco sicherte sich das deutsche Unternehmen Mozelt. Größenmäßig stach die Immobilienbranche hervor: EQT Real Estate erwarb ein paneuropäisches Logistikportfolio aus 14 Objekten für 532 Mio. Euro.
Auch im Finanzsektor tat sich einiges: Die Aktionäre der irischen PTSB stimmten der Übernahme durch die österreichische BAWAG zu, und Mutares schloss die rund 450-Mio.-USD-Übernahme des Engineering-Thermoplastics-Geschäfts von SABIC ab – eine der größeren Industrietransaktionen der Woche.
Deutschlands KI-Erfolg: Anwenden statt erfinden
Deutschland wird den globalen KI-Wettlauf nicht gewinnen, indem es die USA oder China kopiert. Das ist die zentrale These einer neuen Studie von eco und IW Consult.
Eine steile Kurve
Nutzten 2020 gerade einmal 1 Prozent der deutschen Unternehmen KI, sind es 2026 bereits 40 Prozent – der stärkste Sprung fand allein in den letzten zwei Jahren statt.

Industriewissen als Wettbewerbsvorteil
Entscheidend ist die Richtung dieses Wachstums. Während OpenAI, Google und chinesische Anbieter um die größten Sprachmodelle konkurrieren, geht die deutsche Wirtschaft einen anderen Weg.
Anstatt neue Basismodelle zu entwickeln, spezialisieren deutsche Unternehmen bestehende KI-Modelle für die Industrie. Dazu nutzen sie proprietäre Daten, Engineering-Kompetenz und jahrzehntelanges Domänenwissen.

Das Muster bei den Start-ups
Auch bei den KI-Start-ups zeigt sich dieselbe Logik:
- 83% entwickeln eigene, spezialisierte Produkte auf Basis bestehender Modelle
- 71% passen bestehende Modelle mit eigenen Daten an
- 67% betreiben explizites Fine-Tuning
- Nur 57% integrieren fertige KI-Lösungen unverändert

Die Botschaft ist eindeutig: Der Wettbewerbsvorteil liegt im Wissen, wie man ein Modell auf reale Industrieprozesse anwendet.
Rumour mill
- Switzerland | Rio Tinto signals no rush to revive Glencore deal as standstill ends
- Switzerland | SoftBank reportedly in talks to acquire Swiss construction robotics startup Gravis Robotics for over USD 500 million
- Austria | NLB publishes results of voluntary public takeover offer for Addiko Bank
- Germany | T-Mobile US executives oppose proposed USD 300 billion Deutsche Telekom merger plan
- Germany | Commerzbank resumes talks with UniCredit as the Italian lender increases its exposure
- Germany | R+V and Acathia end talks over the potential sale of Condor Lebensversicherung
- Germany | Hugo Boss investors shun Mike Ashley takeover bid
- Germany | I Squared Capital and InfraVia reportedly reach an in-principle arrangement over Ströer
- Austria | RBI’s Addiko bid acceptance reaches 56.16%
- Germany | Lufthansa and Air France-KLM reportedly submit binding offers for a minority stake in TAP
Job moves
Fundraising
- Germany | conmeet raises €6 million in seed financing
- Germany | HappyRobot raises USD 150 million Series C with Deutsche Telekom’s T.Capital participating
- Switzerland | Zurich-based Exclaim Robotics exits stealth with EUR 4.29 million pre-seed round
- Germany | Ore Energy raises US$43 million in Series A
- Austria | Austrian proptech iDWELL secures seven-figure growth financing from US investors
- Germany | Berlin-based metr secures EUR 10.5 million Series B investment
- Switzerland | Index Ventures raises EUR 1.7 billion across seed, venture and growth strategies
- Germany | Digital bike ID startup Bikekey secures strategic investment from TÖNNJES
- Germany | German medtech EVERSION raises EUR 2.3 million Seed II round
- Switzerland | Highland Europe closes EUR 1.1 billion Fund VI to back European technology scaleups
- Switzerland | Swiss startup AI Infrastructure Capital AG launches with EUR 16 million
- Switzerland / Austria | Zurich-based Ahead Health secures EUR 8.7 million and launches in Germany and the Netherlands
- Switzerland | AI Infrastructure Capital launches with €16 million to finance European AI infrastructure
- Germany | EVERSION raises €2.3 million to develop electric aviation technology
- Germany | Caesar Ventures, CDTM.vc and angels invest EUR 1.2 million in Munich-based Celsio
- Germany | Compagnie des Alpes invests EUR 12 million in Munich-based PadelCity
- Germany | TA Ventures, True Growth Capital, TXL Capital and angels invest in Frankfurt-based Willidrop
- Germany | Fortino Capital invests in German operations software company Operations1
- Germany | BU closes €811 million continuation fund for Onlineprinters and Safety21
- Austria | Austria’s iDWELL secures seven-figure growth financing from a US capital provider
Jens Hohnwald