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Puma im Fokus möglicher asiatischer Käufer

Germany 13 min read
Author
Jens Hohnwald

Guten Tag,

der Deal der Woche zeigt einen strategischen Schritt in der europäischen Logistiklandschaft: Die Österreichische Post übernimmt 70 Prozent von euShipments und stärkt damit ihre Position in Süd- und Südosteuropa. Die Transaktion hat einen Wert von rund 55 Millionen Euro..

Zudem könnte im Sportartikelmarkt eine Übernahme von Puma durch mehrere asiatische Hersteller anstehen, wie Bloomberg berichtet. Bereits bestehende Beratungsmandate für potenzielle Käufer verstärken die Marktbewegungen und Kursanstiege der Puma-Aktie.

Darüber hinaus gab es weitere relevante Entwicklungen:

  1. Die Tiroler Pletzer Gruppe übernimmt Juratherm, einen spezialisierten Anbieter für Speichertechnik aus Bayreuth, im Rahmen einer Nachfolgelösung.
  2. IBA Dosimetry akquiriert Phantom X, einen auf KI-gestützte Qualitätssicherung und realistische Phantommodelle spezialisierten MedTech-Entwickler.
  3. Reallöhne steigen stark, was die Binnennachfrage und Konsumtendenzen im deutschen Markt beeinflussen dürfte.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Die Österreichische Post übernimmt 70 % der Anteile am bulgarischen E-Commerce-Scaleup euShipments.com für rund 55 Mio. €.

Consumer

Österreichische Post

n.a.

n.a.

02

Die Tiroler Pletzer Gruppe übernimmt den Bayreuther Speichertechnik-Spezialisten Juratherm im Rahmen einer Nachfolgelösung.

Energy

Pletzer Gruppe (Tiroler Pletzer Group)

n.a.

Nachfolgekontor

03

IBA Dosimetry übernimmt Phantom X, einen auf KI-gestützte Qualitätssicherung und realistische Phantommodelle spezialisierten MedTech-Entwickler.

Healthcare/pharma

IBA Dosimetry

n.a.

Lark; SSH

04

Die französische Eqwal Group übernimmt sämtliche Anteile der Schindler Orthopädie-Gruppe über ihre deutsche Tochter Ortho Dev Deutschland.

Healthcare/pharma

Eqwal Group

n.a.

Brandi Rechtsanwälte

05

Agile Robots übernimmt Automation Engineering von Thyssenkrupp.

Industrial

Agile Robots SE

ARQIS

Taylor Wessing

06

Max Mothes übernimmt den Spezialisten für Verbindungstechnik Beco Metallteile aus Spaichingen.

Industrial

Max Mothes

n.a.

Falkensteg

07

Catapult Sports übernimmt das Kölner Datenscouting-Unternehmen Impect, um seine Sporttechnologie-Plattform um datengetriebene Scouting-Funktionen zu erweitern.

TMT

Catapult Sports

DLA Piper

n.a.

08

Allurity übernimmt MSF Partners, einen auf industrielle Cybersicherheit spezialisierten Anbieter aus Zürich.

TMT

Allurity

n.a.

n.a.


Deal der Woche

Österreichische Post kauft Mehrheit an euShipments und baut Marktposition aus

Die Österreichische Post erwirbt für rund 55 Mio. € 70 % des bulgarischen E-Commerce-Scaleups euShipments.com und sichert sich damit einen zentralen Baustein für die weitere Expansion in Ost- und Südosteuropa, einer der dynamischsten Logistikregionen Europas. Optionen auf die restlichen 30 % wurden vereinbart; das Closing ist für Q1 2026 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Freigaben.

Mit euShipments – einem schnell wachsenden Fulfillment- und Cross-Border-Zustellanbieter mit 350 Mitarbeitenden, 1.300 Unternehmenskunden und erwarteten 50 Mio. € Umsatz – stärkt die Post ihre Position entlang der gesamten E-Commerce-Wertschöpfungskette.Die Übernahme unterstreicht die zunehmende Konsolidierung im europäischen Logistikmarkt und zeigt, wie sich etablierte Player durch strategische Zukäufe neue Wachstumspfade erschließen.


Unternehmen verstärken ihren Einsatz im Wettbewerb um Fachkräfte

Der Arbeitsmarkt hat sich spürbar zu einem Bewerbermarkt entwickelt, in dem Unternehmen deutlich aktiver um Talente werben müssen. Viele Betriebe berichten, dass Anforderungen an Arbeitgeberattraktivität, Flexibilität und Entwicklungsmöglichkeiten stark gestiegen sind. Damit wird Fachkräftesicherung zunehmend zu einer strategischen Kernaufgabe.

Die folgende Grafik aus der KOFA-Studie zeigt, wie stark Unternehmen ihren Aufwand erhöhen, um Beschäftigte zu finden und zu binden: Insgesamt 75,5 % der Betriebe bestätigen eine Intensivierung ihrer Maßnahmen. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei Organisationen, die mittlere oder große Recruiting-Schwierigkeiten haben – hier reagieren bis zu 91,6 %.

Für kleine und mittlere Unternehmen wird der Druck besonders sichtbar, weil ihnen im Vergleich zu Großunternehmen häufig Ressourcen fehlen. Während die Maßnahmen in Konzernen fast flächendeckend verstärkt werden, zeigt sich bei KMU ein deutlich heterogeneres Bild. Diese Ungleichheit verschärft den Wettbewerb und zwingt viele Betriebe zu mehr Professionalität im Recruiting und stärkerer Mitarbeiterbindung.


Reallöhne steigen so stark wie seit Jahren nicht mehr

Deutschlands Beschäftigte verzeichnen erstmals seit langer Zeit wieder einen deutlichen Kaufkraftgewinn. Die Reallöhne stiegen im dritten Quartal um 2,7 Prozent – der stärkste Anstieg des Jahres und bereits das zehnte positive Quartal in Folge. Trotz anhaltender Wirtschaftsabschwächung zeigt sich damit ein stabiler innenwirtschaftlicher Impuls.

Statista hat in der folgenden Grafik die sich seit Anfang 2025 deutlich positiv entwickelnde Lücke zwischen nominalem und realem Lohnwachstum dargestellt. Während die Nominallöhne um rund 3 bis 5 Prozent steigen, bleiben die Preissteigerungen moderat, sodass die Realeinkommen spürbar steigen. Besonders stark war dieser Effekt im Sommer, als die Reallöhne im Juni und September deutlich im Plus lagen.

Ökonomen sprechen von einer wichtigen Erholung nach sechs Jahren realer Stagnation, wie das Handelsblatt berichtet. Zwar werden damit vor allem die Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre ausgeglichen, doch die Entwicklung stärkt Binnennachfrage, Konsum und konjunkturelle Stabilität. Für viele Branchen – etwa Bildung oder Versicherungen – entstehen zusätzliche Spielräume für Investitionen und Personalgewinnung.


Kärntens Industrie zeigt Widerstandskraft und klare Führungsstrukturen

Kärnten behauptet sich 2025 als industrieller Kernstandort Österreichs – trotz rückläufiger Konjunktur und globaler Unsicherheiten. Laut Industrie Magazin erwirtschafteten die 14 größten Industrieunternehmen des Bundeslands rund 12,3 Milliarden Euro Umsatz, getragen von einem Mix aus Halbleitertechnologie, Energieversorgung, Werkstoffen und Maschinenbau. Besonders sichtbar wird die Rolle von Hidden Champions und technologieintensiven Betrieben, die das industrielle Profil Kärntens prägen.

Die klare Umsatzhierarchie in Kärntens Industrie wird durch den folgenden Graphen aufgezeigt. Mit 4,76 Milliarden Euro bleibt Infineon Austria unangefochtener Leitbetrieb, gefolgt von der KELAG mit 1,98 Milliarden Euro und der WIG Wietersdorfer Holding mit 1,1 Milliarden Euro. Die deutlichen Abstände verdeutlichen die starke Prägung der regionalen Wirtschaftsstruktur durch einzelne Ankerunternehmen und deren Investitionsimpulse.

Für den Industriestandort bedeutet dies sowohl Stabilität als auch Abhängigkeit von wenigen Schwergewichten. Während Unternehmen wie Imerys Villach zweistellig wachsen, kämpfen andere – etwa Kostwein Maschinenbau – mit dem globalen Maschinenbauabschwung. Kärnten bleibt damit ein Standort, dessen Zukunft durch Innovationskraft, Exportorientierung und die Fähigkeit zur Finanzierung großer Industrieprojekte bestimmt wird.


Kleine Banken tragen den Großteil der Unternehmensfinanzierung, stoßen aber an Kapazitätsgrenzen

Die Transformationsfinanzierung in Deutschland stützt sich stark auf das Hausbankprinzip, da KMU in der Regel keinen direkten Zugang zum Kapitalmarkt haben. Eine aktuelle Studie von Fin.Connect.NRW zeigt jedoch, dass viele kleine Institute über begrenztes Eigenkapital verfügen und somit nur eingeschränkt in der Lage sind, große Investitionen zu finanzieren. Damit ergibt sich eine strukturelle Herausforderung, denn mehr als 90 Prozent der Unternehmen sind KMU und sind auf Bankkredite angewiesen.

Die Grafik unten aus der Studie verdeutlicht diese starke Fragmentierung: Während Großbanken im Schnitt 54,2 Milliarden Euro Unternehmens­kreditvolumen stemmen, liegen Sparkassen, Regionalbanken und Genossenschaften meist bei unter 1 Milliarde Euro pro Institut. Diese extreme Spannbreite zeigt, warum kleine Banken trotz guter Kundenkenntnis rasch an regulatorische Grenzen stoßen. Für die Transformation bedeutet das: Je kleiner das Institut, desto schneller ist die Kreditvergabekapazität erschöpft.

Um diese strukturelle Lücke zu schließen, sieht die Studie großes Potenzial in Kreditverbriefungen. Diese könnten das Eigenkapital kleiner Banken entlasten und sie mit kapitalmarktfinanzierten Investoren verbinden. Standardisierte Plattformen wie jene von True Sale International (TSI) könnten die Transaktionskosten senken und eine bessere Skalierung der KMU-Finanzierung ermöglichen. So entsteht ein Mechanismus, der das Hausbankmodell erhält und gleichzeitig Kapitalmarktstärke zugänglich macht. 


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