Back to Teaser

FC Bayern sondiert Einstieg von EQT

Germany 12 min read
Author
Jens Hohnwald

Guten Tag,

Der Deal der Woche markiert einen tiefgreifenden Wandel im europäischen Elektronikhandel, denn JD.com steigt mit 59,8 Prozent bei Ceconomy ein und kontrolliert nun gemeinsam mit Convergenta über 85 Prozent des Unternehmens. 

Derweil berichten Medien, dass der FC Bayern München Sondierungsgespräche mit dem Investor EQT über eine mögliche Minderheitsbeteiligung geführt haben soll. 

Darüber hinaus gab es weitere relevante Entwicklungen:

  1. SEFE trennt sich von seinem Mobility-Geschäft und verkauft 100 Prozent der Anteile an die in Münster ansässige Biogeen. 
  2. Bastei Lübbe baut sein Portfolio im rasant wachsenden Webtoon- und Manhwa-Segment aus und übernimmt den Spezialverlag Papertoons vollständig. 
  3. Ein zentrales Risiko in Deutschland ist die anhaltende Investitionsschwäche, die das Wachstum bremst.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

JD.com übernimmt 59,8 Prozent an Ceconomy und hält gemeinsam mit Convergenta insgesamt 85,2 Prozent.

Consumer

JD.com

n.a.

n.a.

02

Mars übernimmt den Snackhersteller Kellanova nach Genehmigung der EU-Kommission.

Consumer

Mars

n.a.

n.a.

03

Katjes International übernimmt über die Tochter Future Snacks zu 100 % das britische Snackunternehmen Nature Delivered samt Marke Graze von Unilever (Carve-out).

Consumer

Katjes

n.a.

n.a.

04

SEFE verkauft 100 Prozent der SEFE Mobility an Biogeen.

Energy

Biogeen

McDermott Will & Schulte

Baker McKenzie

05

Biontech erreicht 81,74 Prozent bei Curevac-Übernahme.

Healthcare/pharma

Biontech erreicht 81,74 Prozent bei Curevac-Übernahme

n.a.

n.a.

06

Bastei Lübbe übernimmt den auf Webtoons und Manhwas spezialisierten Verlag Papertoons vollständig; Closing ist für den 1. Januar 2026 vorgesehen.

TMT

Bastei Lübbe

n.a.

n.a.

07

Aareon Group übernimmt das türkische PropTech-Unternehmen Apsiyon.

TMT

Aareon Group

Core Finance; Hogan Lovells

Odin Financial


Deal der Woche

JD.com wird zum Hauptaktionär von Ceconomy

Der chinesische Technologiekonzern JD.com steigt mit 59,8 Prozent bei Ceconomy ein und hält gemeinsam mit Convergenta nun insgesamt 85,2 Prozent des Mutterkonzerns von Media Markt und Saturn. Mit der geplanten Dekotierung von der Börse sowie dem direkten Zugang zu über 1.000 europäischen Filialen markiert die Transaktion einen tiefgreifenden strategischen Umbau in der europäischen Handelslandschaft.

Für Ceconomy bedeutet der neue Mehrheitseigentümer nicht nur frisches Kapital, sondern auch die Chance auf beschleunigtes Wachstum, digitale Transformation und operative Skaleneffekte. Dabei wird das Unternehmen von einem der größten E-Commerce-Player der Welt unterstützt. Zugleich unterstreicht der Deal den Trend, dass chinesische Tech-Konzerne ihre Präsenz auf dem europäischen Markt deutlich ausbauen.


Verhaltener Aufschwung trotz schwacher Dynamik

Nach Jahren wirtschaftlicher Schwäche zeichnet sich in Deutschland nur ein moderater Konjunkturaufschwung ab. Die IW-Winterprognose 2025 beschreibt ein Umfeld, das zwar stabiler wirkt, aber weiterhin von strukturellen Belastungsfaktoren wie hohen Kosten und schwacher Investitionsneigung geprägt ist. Der erwartete Zuwachs für 2026 fällt entsprechend verhalten aus.

Die Grafik unten aus einer aktuellen IW-Studie zeigt, wie das preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigte BIP nach dem pandemischen Einbruch nur schrittweise zum Vorkrisenniveau zurückkehrt. Ab dem 4. Quartal 2025 deutet sich eine leichte, aber fragile Erholung an. Für 2026 rechnet das IW mit lediglich +0,9 % Wachstum, was den anhaltenden Gegenwind unterstreicht.

Die Kurve bestätigt, dass die deutsche Wirtschaft zwar Boden gutmacht, von einem kraftvollen Aufschwung jedoch noch weit entfernt ist. Die langsame Steigung verdeutlicht eine sich stabilisierende, aber nicht beschleunigende Konjunktur. Unternehmen können zwar mit mehr Planungssicherheit rechnen, Wachstumsimpulse bleiben jedoch rar.


Investitionsschwäche wird zum Bremsklotz

Parallel zur schwachen Konjunktur zeigt sich eine anhaltende Investitionszurückhaltung, die zunehmend zum strukturellen Problem wird. Besonders energieintensive Industrien und das Baugewerbe leiden unter hohen Kosten, Lieferengpässen und regulatorischer Unsicherheit. Diese Faktoren drücken auf die Fähigkeit der Wirtschaft, neue Wachstumsquellen zu erschließen.

Die Grafik unten aus der IW-Konjunkturprognose Winter 2025 macht deutlich, wie die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen seit 2022 kontinuierlich zurückgehen. Während sonstige Anlagen immerhin leicht zulegen, liegen die beiden zentralen Kategorien inzwischen klar unter dem Niveau von 2019. Der Rückgang bei Ausrüstungsinvestitionen ist besonders kritisch, da er unmittelbar die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit betrifft.

Die Entwicklung zeigt: Deutschland investiert zu wenig in seine wirtschaftliche Zukunft. Ohne Impulse in den Bereichen Maschinen, Anlagen und Bauprojekte verstärken sich die bereits erkennbaren Strukturprobleme. Die Investitionsschwäche bleibt somit ein zentraler Hemmschuh und birgt Risiken für die Erholung ab 2026.


Deutschlands Industrie verliert im EU-Vergleich an Boden

Die deutsche Industrie bleibt 2025 deutlich hinter der Entwicklung vieler europäischer Länder zurück. Hohe Energiepreise, strukturelle Standortprobleme und eine schwache Investitionsdynamik haben die Wettbewerbsfähigkeit sichtbar unter Druck gesetzt. Während andere Volkswirtschaften wieder im Aufschwung sind, verharrt Deutschland auf einem niedrigeren Produktionsniveau.

Besonders auffällig ist, dass zentrale Industrien wie Maschinenbau, Chemie und Automobilfertigung nur langsam auf die Energiepreisschocks von 2022 reagiert haben und im europäischen Vergleich weniger resilient wirkten. Länder mit flexibleren Energie- und Regulierungsstrukturen konnten dagegen schneller Kapazitäten ausbauen und Marktanteile zurückgewinnen.

Das unten gezeigte BDI-Diagramm aus dem Industriebericht Dezember 2025 verdeutlicht diese Divergenz: Während Polen und Schweden ihre Industrieproduktion seit 2021 deutlich steigern, rutscht Deutschland kontinuierlich ab und bildet im EU-Feld inzwischen das Schlusslicht. Die Grafik illustriert somit, wie weit die Schere zwischen Deutschland und seinen Wettbewerbern inzwischen auseinandergeht und wie dringend strukturelle Reformen erforderlich sind.


Unternehmen erhöhen konsequent ihre Digitalisierungsinvestitionen

In vielen Industrie- und Technologieregionen bleibt Digitalisierung ein zentraler Hebel, um Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz zu sichern. Trotz struktureller Herausforderungen wie Lieferkettenrisiken und Kostendruck zeigen die jüngsten Erhebungen, dass Unternehmen ihre Transformationsbemühungen deutlich verstärken. Besonders im automotive-nahen Mittelstand rückt die Frage „Wie viel Digitalisierung braucht mein Geschäftsmodell?“ stark in den Fokus.

Die aktuelle IWC-Transformationsbefragung 2025 bestätigt diesen Trend: Unternehmen planen, ihre Ausgaben für digitale Produkte, Prozesse und Dienstleistungen weiter zu erhöhen. Bis 2026 werden die Budgets in allen Transformationsregionen stabil oder steigend erwartet – ein Signal für langfristige Strategien jenseits kurzfristiger Konjunkturzyklen. Damit gehört die Digitalisierung zu den wenigen Investitionskategorien, die trotz unsicherer Märkte nicht zurückgefahren werden.

Die unten stehende Grafik aus dem Bericht verdeutlicht diese Entwicklung: In den EMN-Regionen steigen die Investitionen von 4 %(2022) auf 8 % im (2026). Bayern und andere Transformationsregionen liegen mit 7-8 % stabil im Mittelfeld. Die Werte belegen, dass die digitale Transformation ein fester Bestandteil der Ressourcenplanung ist. Für Unternehmen ist sie deshalb ein entscheidender Faktor, denn wer jetzt investiert, sichert sich die Innovationsbasis für die nächste Dekade.


M&A-Nachrichten

Personalien

Stay in the loop on M&A rumors and news Subscribe to M&A Teaser