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Axel Springer kauft Telegraph Media Group

Germany 12 min read
Author
Jens Hohnwald

Guten Tag,

der Deal der Woche unterstreicht die internationale Konsolidierung im Mediensektor: Der deutsche Medienkonzern Axel Springer übernimmt die britische Telegraph Media Group für rund £575 Mio. (ca. €660 Mio.) und sichert sich damit eine der einflussreichsten Zeitungsmarken Großbritanniens. 

Parallel dazu plant Viromed Medical einen strategischen Ausbau seiner Technologiekompetenz: Das Unternehmen beabsichtigt, den Plasmatechnologieanbieter Relyon Plasma zu übernehmen, um seine technologische Basis zu erweitern und die Wertschöpfungstiefe zu erhöhen.

Weitere Entwicklungen aus dem Markt:

  • Der Marinetechnikspezialist Gabler hat den Angebotspreis für seinen Börsengang auf €44 je Aktie festgelegt; insgesamt wurden 3,02 Mio. Aktien platziert, was einem Platzierungsvolumen von rund €132,8 Mio. und einer Marktkapitalisierung von etwa €266 Mio. entspricht.
  • Das Bau-Start-up Gropyus hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde €100 Mio. eingesammelt, um automatisierte Planungs- und Bauprozesse weiter auszubauen und die Technologie seiner Produktionsanlagen für Holzbauhäuser zu entwickeln.
  • Katjes erwirbt über Katjes Quiet Luxury 27 % der Anteile an der Modemarke Missoni. Der italienische Wachstumsfonds FSI wird Mehrheitseigentümer, während Katjes sich eine Call-Option auf weitere Anteile sichert.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Axel Springer übernimmt britische Telegraph Media Group für rund €660 Mio.

TMT

Axel Springer SE

Goldman Sachs; Freshfields

Raine Group; Linklaters

02

Axel Springer übernimmt das US-Medien- und Eventunternehmen Bisnow.

TMT

Axel Springer SE

n.v.

n.v.

03

Henkel übernimmt US Haarpflegemarke Not Your Mother’s von Main Post Partners.

Consumer

Henkel AG & Co. KGaA

n.v.

Raymond James; Morrison & Foerster

04

Mövenpick Wein übernimmt deutschen Wein Investment Spezialisten Liquid Grape.

Retail

Mövenpick Wein

n.v.

n.v.

05

Acrevis Bank fusioniert mit Regiobank Männedorf.

Financial services

Acrevis Bank AG

n.v.

n.v.

06

Henkell Freixenet hat die verbleibenden Anteile am spanischen Schaumweinhersteller Freixenet von der Familie Ferrer und José Luis Bonet übernommen und hält nun 100 % des Unternehmens.

Consumer

Henkell Freixenet

n.v.

n.v.

07

Die Trench Group übernimmt den italienischen Hersteller Enerlux Power, der Kondensatoren und Blindleistungskompensationsanlagen für Nieder und Mittelspannung produziert.

Energy

Trench Group

n.v.

n.v.

08

Grünenthal übernimmt den 49 %-Anteil von Kyowa Kirin am Joint Venture Grünenthal Meds und wird damit alleiniger Eigentümer.

Healthcare/pharma

Grünenthal

n.v.

n.v.

09

Giesecke+Devrient übernimmt den US-Anbieter für Authentifizierungs- und Sicherheitslösungen XTec mit Sitz in Miami.

TMT

Giesecke+Devrient

n.v.

n.v.

10

Spie übernimmt den Automationsspezialisten Rofa Industrial Automation, der Lösungen für Fabrik-, Lager- und Logistikautomation anbietet.

Industrial

Spie

Latham & Watkins

Houlihan Lokey

11

Der US-Versicherungsmakler Gallagher übernimmt den Bremer Versicherungsspezialisten Krose, der auf gewerbliche Versicherungen und Rückversicherungen für internationale Großkunden fokussiert ist.

Insurance

Arthur J. Gallagher & Co.

A&O Shearman

Latham & Watkins


Deal der Woche

Axel Springer sichert sich britische Traditionszeitung Telegraph

Der deutsche Medienkonzern Axel Springer übernimmt die britische Telegraph Media Group für rund £575 Mio. (ca. €660 Mio.) und sichert sich damit eine der einflussreichsten Zeitungsmarken Großbritanniens. Mit der Transaktion geht der traditionsreiche Daily Telegraph nach Jahren der Unsicherheit in deutsche Hände über.

Der Deal ist mehr als nur eine klassische Medienakquisition: Axel Springer stärkt damit seine Position als transatlantischer Digitaleverlag und will den “Telegraph” künftig stärker international positionieren – insbesondere im US-Markt, in dem der Konzern bereits mit Marken wie „Politico” und “Business Insider” vertreten ist.

Die Übernahme beendet einen langen Bieterwettbewerb um den britischen Verlag und zeigt, dass hochwertige Medienmarken nach wie vor strategische Investitionen im internationalen M&A-Markt anziehen. Axel Springer wurde bei dieser Transaktion von LionTree als Finanzberater sowie von Freshfields als Rechtsberater unterstützt.


Wirtschaftlicher Druck bremst Gleichstellungsinitiativen

Makroökonomische Unsicherheit verändert Prioritäten. Eine aktuelle Studie von Deloitte Österreich zum Weltfrauentag 2026 zeigt, dass wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und Inflation zunehmend Einfluss auf unternehmensinterne Prioritäten haben. Viele Unternehmen verschieben ihre Aufmerksamkeit derzeit auf kurzfristige wirtschaftliche Herausforderungen, wodurch Diversitäts- und Gleichstellungsziele an Bedeutung verlieren.

Die Grafik unten aus der Deloitte Studie zeigt diesen Trend deutlich. Laut der Befragung von 615 Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertretern geben 43 % der Unternehmen an, dass geopolitische Spannungen und Inflation keinen Einfluss auf ihre Gleichstellungsstrategie haben, während 18 % ihre Prioritäten aktuell auf andere Themen verlagern. Gleichzeitig sehen 15 % die veränderten Rahmenbedingungen sogar als Anlass, Gleichstellung stärker zu priorisieren, was zeigt, dass Unternehmen unterschiedlich auf wirtschaftlichen Druck reagieren.

Gleichzeitig bleibt strukturelle Ungleichheit bestehen. Laut Studie hat jede zweite Frau bereits Benachteiligung im Berufsleben erlebt, während nur 45 % der Befragten gleiche Aufstiegschancen für Frauen und Männer sehen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass wirtschaftliche Krisen Gleichstellung nicht automatisch ausbremsen müssen, Unternehmen jedoch bewusst entscheiden müssen, ob sie Diversität weiterhin als strategischen Wettbewerbsvorteil betrachten.


Moderates Wachstum und stabile Zinsen prägen den Schweizer Ausblick

Die wirtschaftliche Dynamik in der Schweiz bleibt verhalten. Laut dem Swiss Banking Outlook Update 2026 der Schweizerischen Bankiervereinigung wird für die kommenden Jahre nur ein moderates Wachstum erwartet. Die Konsensprognose sieht ein BIP-Wachstum von 1,2 % im Jahr 2026 und 1,5 % im Jahr 2027, während gleichzeitig eine sehr niedrige Inflation von 0,3 % bzw. 0,6 % erwartet wird.

Die Grafik unten aus der Studie zeigt zudem eine weiterhin stabile Lage am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote soll bei rund 3 % bleiben, mit Prognosen von 3,1 % für 2026 und 3,0 % für 2027. Diese Kombination aus moderatem Wachstum, niedriger Inflation und stabiler Beschäftigung deutet auf ein vergleichsweise robustes makroökonomisches Umfeld im internationalen Vergleich hin.

Auch auf den Finanzmärkten wird kurzfristig wenig Bewegung erwartet. Die Konsensprognose sieht den SNB-Leitzins sowohl im Juni als auch im Dezember bei 0,0 %, während der CHF/EUR-Wechselkurs bei etwa 0,92 und der CHF/USD-Kurs zwischen 0,78 und 0,76 erwartet wird. Dies bedeutet für Unternehmen und Investoren einerseits Planungssicherheit bei den Finanzierungskosten, andererseits aber auch begrenzte Impulse durch die Geldpolitik.


Steigende Ölpreise könnten Wachstum und Inflation belasten

Geopolitische Spannungen im Energiemarkt bleiben ein wirtschaftliches Risiko. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von Simulationen von Oxford Economics zeigt, wie stark steigende Ölpreise auf Inflation und Wachstum wirken könnten. Bereits moderate Preissteigerungen könnten spürbare makroökonomische Effekte auslösen.

Die Grafik unten aus der Studie zeigt die möglichen Auswirkungen verschiedener Ölpreisszenarien. Steigt der Ölpreis auf 100 USD pro Barrel, könnten die Verbraucherpreise in Deutschland 2026 um rund 0,8 % und 2027 um etwa 1,0 % steigen. In einem extremeren Szenario von 150 USD pro Barrel würde der Inflationsdruck deutlich stärker ausfallen und weltweit auf bis zu 3,7 % zusätzliche Preissteigerungen im Jahr 2027 ansteigen.

Gleichzeitig würde das Wirtschaftswachstum unter höheren Energiepreisen leiden. Laut Simulation könnte das preisbereinigte BIP in Deutschland bei einem Ölpreis von 150 USD pro Barrel um bis zu 1,3 % im Jahr 2027 sinken, während auch die globale Wirtschaftsleistung spürbar gebremst würde. Für Unternehmen und Investoren zeigt sich damit erneut, wie stark Energiepreise als geopolitischer und wirtschaftlicher Risikofaktor wirken können.


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