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der Deal der Woche unterstreicht die internationale Konsolidierung im Mediensektor: Der deutsche Medienkonzern Axel Springer übernimmt die britische Telegraph Media Group für rund £575 Mio. (ca. €660 Mio.) und sichert sich damit eine der einflussreichsten Zeitungsmarken Großbritanniens.
Parallel dazu plant Viromed Medical einen strategischen Ausbau seiner Technologiekompetenz: Das Unternehmen beabsichtigt, den Plasmatechnologieanbieter Relyon Plasma zu übernehmen, um seine technologische Basis zu erweitern und die Wertschöpfungstiefe zu erhöhen.
Weitere Entwicklungen aus dem Markt:
- Der Marinetechnikspezialist Gabler hat den Angebotspreis für seinen Börsengang auf €44 je Aktie festgelegt; insgesamt wurden 3,02 Mio. Aktien platziert, was einem Platzierungsvolumen von rund €132,8 Mio. und einer Marktkapitalisierung von etwa €266 Mio. entspricht.
- Das Bau-Start-up Gropyus hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde €100 Mio. eingesammelt, um automatisierte Planungs- und Bauprozesse weiter auszubauen und die Technologie seiner Produktionsanlagen für Holzbauhäuser zu entwickeln.
- Katjes erwirbt über Katjes Quiet Luxury 27 % der Anteile an der Modemarke Missoni. Der italienische Wachstumsfonds FSI wird Mehrheitseigentümer, während Katjes sich eine Call-Option auf weitere Anteile sichert.
Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.
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Deal tracker
Deal der Woche
Axel Springer sichert sich britische Traditionszeitung Telegraph
Der deutsche Medienkonzern Axel Springer übernimmt die britische Telegraph Media Group für rund £575 Mio. (ca. €660 Mio.) und sichert sich damit eine der einflussreichsten Zeitungsmarken Großbritanniens. Mit der Transaktion geht der traditionsreiche Daily Telegraph nach Jahren der Unsicherheit in deutsche Hände über.
Der Deal ist mehr als nur eine klassische Medienakquisition: Axel Springer stärkt damit seine Position als transatlantischer Digitaleverlag und will den “Telegraph” künftig stärker international positionieren – insbesondere im US-Markt, in dem der Konzern bereits mit Marken wie „Politico” und “Business Insider” vertreten ist.
Die Übernahme beendet einen langen Bieterwettbewerb um den britischen Verlag und zeigt, dass hochwertige Medienmarken nach wie vor strategische Investitionen im internationalen M&A-Markt anziehen. Axel Springer wurde bei dieser Transaktion von LionTree als Finanzberater sowie von Freshfields als Rechtsberater unterstützt.
Wirtschaftlicher Druck bremst Gleichstellungsinitiativen
Makroökonomische Unsicherheit verändert Prioritäten. Eine aktuelle Studie von Deloitte Österreich zum Weltfrauentag 2026 zeigt, dass wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und Inflation zunehmend Einfluss auf unternehmensinterne Prioritäten haben. Viele Unternehmen verschieben ihre Aufmerksamkeit derzeit auf kurzfristige wirtschaftliche Herausforderungen, wodurch Diversitäts- und Gleichstellungsziele an Bedeutung verlieren.
Die Grafik unten aus der Deloitte Studie zeigt diesen Trend deutlich. Laut der Befragung von 615 Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertretern geben 43 % der Unternehmen an, dass geopolitische Spannungen und Inflation keinen Einfluss auf ihre Gleichstellungsstrategie haben, während 18 % ihre Prioritäten aktuell auf andere Themen verlagern. Gleichzeitig sehen 15 % die veränderten Rahmenbedingungen sogar als Anlass, Gleichstellung stärker zu priorisieren, was zeigt, dass Unternehmen unterschiedlich auf wirtschaftlichen Druck reagieren.

Gleichzeitig bleibt strukturelle Ungleichheit bestehen. Laut Studie hat jede zweite Frau bereits Benachteiligung im Berufsleben erlebt, während nur 45 % der Befragten gleiche Aufstiegschancen für Frauen und Männer sehen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass wirtschaftliche Krisen Gleichstellung nicht automatisch ausbremsen müssen, Unternehmen jedoch bewusst entscheiden müssen, ob sie Diversität weiterhin als strategischen Wettbewerbsvorteil betrachten.
Moderates Wachstum und stabile Zinsen prägen den Schweizer Ausblick
Die wirtschaftliche Dynamik in der Schweiz bleibt verhalten. Laut dem Swiss Banking Outlook Update 2026 der Schweizerischen Bankiervereinigung wird für die kommenden Jahre nur ein moderates Wachstum erwartet. Die Konsensprognose sieht ein BIP-Wachstum von 1,2 % im Jahr 2026 und 1,5 % im Jahr 2027, während gleichzeitig eine sehr niedrige Inflation von 0,3 % bzw. 0,6 % erwartet wird.
Die Grafik unten aus der Studie zeigt zudem eine weiterhin stabile Lage am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote soll bei rund 3 % bleiben, mit Prognosen von 3,1 % für 2026 und 3,0 % für 2027. Diese Kombination aus moderatem Wachstum, niedriger Inflation und stabiler Beschäftigung deutet auf ein vergleichsweise robustes makroökonomisches Umfeld im internationalen Vergleich hin.

Auch auf den Finanzmärkten wird kurzfristig wenig Bewegung erwartet. Die Konsensprognose sieht den SNB-Leitzins sowohl im Juni als auch im Dezember bei 0,0 %, während der CHF/EUR-Wechselkurs bei etwa 0,92 und der CHF/USD-Kurs zwischen 0,78 und 0,76 erwartet wird. Dies bedeutet für Unternehmen und Investoren einerseits Planungssicherheit bei den Finanzierungskosten, andererseits aber auch begrenzte Impulse durch die Geldpolitik.
Steigende Ölpreise könnten Wachstum und Inflation belasten
Geopolitische Spannungen im Energiemarkt bleiben ein wirtschaftliches Risiko. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von Simulationen von Oxford Economics zeigt, wie stark steigende Ölpreise auf Inflation und Wachstum wirken könnten. Bereits moderate Preissteigerungen könnten spürbare makroökonomische Effekte auslösen.
Die Grafik unten aus der Studie zeigt die möglichen Auswirkungen verschiedener Ölpreisszenarien. Steigt der Ölpreis auf 100 USD pro Barrel, könnten die Verbraucherpreise in Deutschland 2026 um rund 0,8 % und 2027 um etwa 1,0 % steigen. In einem extremeren Szenario von 150 USD pro Barrel würde der Inflationsdruck deutlich stärker ausfallen und weltweit auf bis zu 3,7 % zusätzliche Preissteigerungen im Jahr 2027 ansteigen.

Gleichzeitig würde das Wirtschaftswachstum unter höheren Energiepreisen leiden. Laut Simulation könnte das preisbereinigte BIP in Deutschland bei einem Ölpreis von 150 USD pro Barrel um bis zu 1,3 % im Jahr 2027 sinken, während auch die globale Wirtschaftsleistung spürbar gebremst würde. Für Unternehmen und Investoren zeigt sich damit erneut, wie stark Energiepreise als geopolitischer und wirtschaftlicher Risikofaktor wirken können.
M&A-Nachrichten
- Das Bundeskartellamt hat ein Joint Venture zwischen dem norwegischen Rüstungskonzern Nammo und Diehl Defence zur Produktion von 155 Millimeter Artilleriemunition in Deutschland genehmigt. Durch die Kooperation erhält Nammo erstmals Produktionskapazitäten in Deutschland und stärkt damit den Wettbewerb gegenüber Marktführer Rheinmetall.
- Egeria-Deutschlandchef Hannes Rumer erläutert in einem Interview die Investitionsstrategie des Private-Equity-Investors im Midmarket. Trotz starker Aktivität im Jahr 2025 bleibe das Haus bei Software-Assets diszipliniert und zahle keine hohen zweistelligen Bewertungsmultiples.
- Katjes International erwirbt über die Tochter Katjes Quiet Luxury eine Beteiligung von 27 % an der italienischen Modemarke Missoni. Parallel wird der italienische Wachstumsfonds FSI Mehrheitseigentümer, während sich Katjes eine Call Option auf weitere Anteile sichert.
- Die Basler Kantonalbank hat 2025 einen Konzerngewinn von CHF 202,8 Mio. erzielt, ein Plus von 8,8 %. Treiber war vor allem ein stärkeres Zinsgeschäft, während auch die Kommissionserträge zulegten.
- Die Bank CIC hat 2025 einen tieferen Geschäftserfolg von CHF 29,8 Mio. erzielt, nachdem sinkende Zinsen das Zinsgeschäft belasteten. Der Reingewinn fiel dank Auflösungen stiller Reserven nur um 8,5 % auf CHF 43 Mio.
- Mark Wright ist seit Jahresbeginn neuer CFO der Schreiner Group und übernimmt damit die kaufmännische Leitung des Familienunternehmens. Er folgt auf Karl Tschacha, der die Position mehr als 15 Jahre innehatte.
- Klöckner & Co hat seinen Verlust im Geschäftsjahr 2025 deutlich reduziert und operativ zugelegt, während das Übernahmeangebot des US Stahlkonzerns Worthington Steel weiterhin läuft. Der geplante Zusammenschluss soll das Geschäft in Nordamerika und Europa stärken.
- Die Compass Gruppe steigt als strategischer Investor beim österreichischen OSINT Startup Norphluchs ein und übernimmt rund 13 % der Anteile. Mit der Beteiligung will das Unternehmen die Skalierung seiner Plattform für DSGVO konforme Background Checks beschleunigen.
- Die Ersparniskasse Speicher, die als kleinste Bank der Schweiz gilt, hat 2025 einen höheren Jahresgewinn erzielt. Die Bilanzsumme stieg auf rund CHF 80,7 Mio., während der Jahresgewinn auf rund CHF 222’000 zunahm.
Personalien
- Die Kanzlei Charles Russell Speechlys hat Frédéric Ney als Partner für die Genfer Niederlassung gewonnen. Der frühere Steueranwalt von Bär & Karrer soll die Beratung für vermögende Privatkunden sowie internationale Steuer- und Nachfolgefragen stärken.
- Die Tessiner Kantonalbank hat Esa Battaglia zur Leiterin Risiko und Mitglied der Generaldirektion ernannt. Die frühere Julius-Bär-Managerin soll die Risikofunktion der Bank stärken und die neue Führungsstruktur vervollständigen.
- Die Wirtschaftskanzlei Schellenberg Wittmer hat Sara Rousselle Ruffieux und Roland Ryser zu Partnern sowie Gabriela Svalduz zur Counsel ernannt. Die Personalien stärken insbesondere die Bereiche Arbeitsrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht und Compliance.
- Doris Lippert wechselt von Microsoft Österreich zum IT Dienstleister Cloudflight und übernimmt ab April 2026 die Geschäftsführung der Österreich Tochter. Die Personalie erfolgt im Zuge einer strategischen Neuausrichtung der Unternehmensgruppe mit stärkerem Fokus auf KI Beratung.
- Das Schweizer Fintech GenTwo hat Florian Marty, zuletzt Head Blockchain Solutions bei Vontobel, zum Managing Director von GenTwo Digital ernannt. Er soll den Ausbau des Geschäfts mit digitalen Vermögenswerten sowie die internationale Expansion vorantreiben.
- Medios-CFO Falk Neukirch wird den Berliner Pharmaspezialisten zum 30. April 2026 verlassen. Sein Vertrag läuft regulär aus und wird auf eigenen Wunsch nicht verlängert, ein Nachfolger wurde bislang nicht benannt.
- Ceconomy-CFO Remko Rijnders soll zum neuen CEO aufsteigen und damit Kai-Ulrich Deissner nachfolgen, der seinen Rückzug aus persönlichen Gründen angekündigt hat. Der Aufsichtsrat will am 12. März über den Wechsel an der Konzernspitze entscheiden.
- Der Beratungskonzern Aon hat Manuel Pachlatko zum Analytics Leader Schweiz ernannt. In der neuen Rolle soll er die datengetriebenen Analysekompetenzen des Unternehmens im Schweizer Markt ausbauen und stärker in die Beratungs und Broking Aktivitäten integrieren.
- Der CFO des Industriegasespezialisten Messer, Helmut Kaschenz, wird seine Position im Laufe des Jahres 2026 auf eigenen Wunsch niederlegen. Der Manager leitete zuletzt unter anderem wichtige Transaktionen, darunter den Rückkauf von CVC-Anteilen an Messer Industries und eine umfassende Refinanzierung des Konzerns.
- Der frühere Firmenkundenchef der Hamburg Commercial Bank, Thomas Jakob, wechselt als Interimsvorstand zum Bankhaus Bodensee. Dort soll er gemeinsam mit Vorstand Stephan Waiblinger die Führung des Instituts in einer Übergangsphase sichern.
- Juan Beer tritt mit sofortiger Wirkung als CEO von Zurich Schweiz zurück und will sich neuen Aufgaben ausserhalb des Versicherers widmen. Bis zur Ernennung einer Nachfolge übernimmt Urs Lüthy die Leitung des Schweizer Geschäfts interimistisch.
- Die Genfer Privatbank Syz hat Florian Marini zum neuen Head of Equities ernannt. Der frühere CIO des Vermögensverwalters Bruellan soll die Aktienstrategie und das Research der Bank weiter ausbauen.
- Der Schweizer Finanzdienstleister Leonteq baut seinen Verwaltungsrat um und nominiert Barbara Heller und Jürg Steiger als neue unabhängige Mitglieder. Die Wahl des bereits angekündigten Präsidenten Felix Oegerli wird aus Corporate Governance Gründen vorerst verschoben.
- Die Privatbank Lombard Odier nimmt personelle Änderungen im Schweizer Privatkundengeschäft vor: Die Zürcher Standortleiterin Sabine Heller verlässt das Institut, während Serge Fehr die Leitung übernimmt und Marco Arnold zum Leiter Deutschschweiz ernannt wird.
- Das Wealth Tech Unternehmen Qplix hat Natalie Rotermund zur Head of Middle East ernannt. Von Zürich aus soll sie den Markteintritt in der Golfregion vorantreiben und ein lokales Team für den Ausbau des Geschäfts mit Family Offices aufbauen.
- Barclays hat John Shipman zum neuen CEO der Schweizer Einheit ernannt. Der frühere HSBC Manager übernimmt die Leitung des Geschäfts in Genf, während der bisherige CEO Rahim Daya eine globale Vertriebsrolle innerhalb der Bank übernimmt.
- Oddo BHF hat Arthur Jurus zum Chief Investment Officer für das Private Wealth Management in der Schweiz ernannt. In seiner neuen Rolle wird er die Schweizer Investmentstrategie verantworten und dem Global Investment Committee der Gruppe angehören.
- Der Genfer Finanzdienstleister Ninety-Six Partners erweitert seinen Verwaltungsrat mit Jean-Sylvain Perrig als unabhängiges Mitglied und ernennt Jérôme Moser zum Finma-qualifizierten Geschäftsführer. Die Änderungen sollen Governance, Organisationsstruktur und institutionelle Positionierung stärken.
- Heidrick & Struggles hat Katharina Hesse zur Co-Leiterin der globalen Versicherungs-Practice ernannt. Die Executive-Search-Expertin betreut von Zürich aus Finanzkunden im DACH-Raum und verantwortet den Versicherungssektor für Europa und Afrika.
- Kirkland & Ellis verpflichtet den M&A- und Private-Equity-Spezialisten Sebastian Heim als Partner. Der frühere Milbank-Anwalt wird von London und München aus Transaktionen im Private-Equity-Bereich sowie gesellschaftsrechtliche und M&A-Themen betreuen.
Kapitalrunden
- Das Münchner Startup Lio hat in einer Series-A-Runde €25,7 Mio. eingesammelt, angeführt von Andreessen Horowitz. Das Kapital soll in die Weiterentwicklung der KI-Plattform für automatisierte Einkaufsprozesse sowie in die Expansion in die USA fließen.
- Das Münchner Climate-Tech-Startup Ark Climate hat in einer Pre-Seed-Runde €2,1 Mio. eingesammelt, angeführt von Satgana. Das Kapital soll in Teamaufbau, Marktausbau und die Weiterentwicklung der Plattform für kommunalen Klimaschutz fließen.
- Der Lieferdienst Flink hat $100 Mio. (rund €86 Mio.) frisches Kapital von Investoren erhalten, darunter Prosus, Doordash und das Investmentvehikel von British Tobacco. Mit der Finanzierung will das Unternehmen neue Standorte eröffnen und seine Bewertung wieder in Richtung Einhornstatus steigern.
- Das Robotics-Startup Neura Robotics steht laut Medienberichten vor einer Finanzierungsrunde von bis zu €1 Mrd., die das Unternehmen mit rund €4 Mrd. bewerten könnte. Zu den möglichen Investoren zählt auch Tether Holdings.
- Das Bau-Start-up Gropyus hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde €100 Mio. eingesammelt. Das Kapital soll in den Ausbau automatisierter Planungs- und Bauprozesse sowie in die technologische Weiterentwicklung der Produktionsanlagen für Holzbauhäuser fließen.
Börsengänge
- Der Marinetechnikspezialist Gabler hat den Angebotspreis für seinen Börsengang auf €44 je Aktie festgelegt. Insgesamt wurden 3,02 Mio. Aktien platziert, womit sich ein Platzierungsvolumen von rund €132,8 Mio. und eine Marktkapitalisierung von etwa €266 Mio. ergibt.
- Der Rüstungszulieferer Vincorion plant einen Börsengang an der Frankfurter Börse im ersten Halbjahr 2026. Die Aktien sollen ausschließlich aus dem Bestand des Hauptaktionärs Star Capital stammen, während Fidelity International und Invesco als neue Kernaktionäre rund €105 Mio. investieren wollen.
Jens Hohnwald