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Paketabgabe könnte Österreich €300 Mio. kosten

Germany 11 min read
Author
Jens Hohnwald

Wird langfristiges Investieren zum Wettbewerbsvorteil in volatilen Märkten? 

Trotz geopolitischer Unsicherheiten, Inflation und schwankender Kapitalmärkte bleiben viele Anleger auf Langfristkurs. 

Eine aktuelle Fidelity-Studie zeigt, dass 35 % der Schweizer Investoren konsequent an ihrer langfristigen Strategie festhalten, während nur 5 % in volatilen Marktphasen direkt verkaufen. Gleichzeitig erwarten 48 % steigende Aktienmärkte, was den anhaltenden Optimismus vieler Anleger unterstreicht. Die Ergebnisse zeigen: Time in the Market schlägt Market Timing.

Weitere Marktentwicklungen:

  • Uber hat seinen Anteil an Delivery Hero auf 24,99 % erhöht und damit die Spekulationen über eine mögliche spätere Übernahme des Berliner Lieferdienstes neu entfacht.
  • Der polnische Energiekonzern Orlen verhandelt über einen Einstieg bei Ukrnafta und signalisiert damit wachsendes Interesse osteuropäischer Investoren am Wiederaufbau der Ukraine.
  • Deutz übernimmt den brasilianischen Generatorenhersteller Maxi Trust Power und stärkt seine Position im Markt für dezentrale Energieversorgung in Lateinamerika.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Arla Foods und Deutsches Milchkontor (DMK) haben ihre Fusion vollzogen und Europas größte Molkereigenossenschaft mit einem Pro-forma-Umsatz von über 20 Mrd. € geschaffen.

Consumer

Arla Foods / Arla

Norton Rose Fulbright

n.v.

02

Triton übernimmt den Maschinenbauer Flender vom Private-Equity-Investor Carlyle.

Industrial

Triton

n.v.

n.v.

03

Montagu übernimmt den Zertifizierungs- und Auditdienstleister DQS.

Business Services

Montagu Private Equity

n.v.

ADVANT Beiten

04

Deutz übernimmt den brasilianischen Generatorenhersteller Maxi Trust Power.

Industrial

Deutz AG

n.v.

05

Norbert Marcher übernimmt 51 Prozent am EG Südbayern Schlachtbetrieb und stärkt damit seine Schlacht- und Zerlegekapazitäten im deutschen Markt.

Consumer

Norbert Marcher GmbH

BRL; KPMG Österreich; Garger Spallinger

n.v.

06

Syngenta und Dümmen Orange gründen ein Joint Venture für ihr Zierpflanzengeschäft und bündeln dabei ihre jeweiligen Stärken bei Saatgut, Topfpflanzen und Schnittblumen.

Agriculture

Syngenta; Dümmen Orange

DLA Piper (Syngenta)

n.v.

07

Heraeus Amloy Technologies verkauft das Magnetrecyclinggeschäft Remloy an den kanadischen Rohstoffspezialisten Mkango.

Industrial

Mkango Resources

Baker McKenzie

n.v.

08

Swiss Life Deutschland übernimmt die Telis Unternehmensgruppe und erweitert damit ihre Reichweite im deutschen Vorsorge- und Vermögensgeschäft.

Financial services

Swiss Life Deutschland

n.v.

Hengeler Mueller


Deal der Woche

Arla und DMK schaffen Europas größte Molkereigenossenschaft

Mit dem Vollzug der Fusion von Arla Foods und Deutsches Milchkontor (DMK) entsteht die größte Molkereigenossenschaft Europas mit einem Pro-forma-Umsatz von mehr als €20 Mrd. Durch den Zusammenschluss bündeln die Unternehmen ihre Produktionskapazitäten, stärken ihre internationale Marktposition und schaffen eine Plattform für weiteres Wachstum in einem zunehmend konsolidierten Lebensmittelmarkt.

Die Transaktion unterstreicht den Trend zu größeren und effizienteren Strukturen in der europäischen Agrar- und Ernährungsindustrie. Angesichts steigender Kosten, wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen und eines intensiveren Wettbewerbs setzen Marktteilnehmer verstärkt auf Skaleneffekte und strategische Partnerschaften.

Arla Foods wurde von Norton Rose Fulbright beraten.


Green Economy wird zum festen Bestandteil des Arbeitsmarkts 

Die grüne Transformation prägt den deutschen Arbeitsmarkt zunehmend. Laut der Studie „Die deutsche Wirtschaft auf dem Weg zur Green Economy“ der Bertelsmann Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft enthalten inzwischen 29,1 % aller Stellenanzeigen in Deutschland einen direkten Bezug zur Green Economy, gegenüber 20,4 % im Jahr 2019. Dabei werden nicht ganze Berufe oder Branchen als „grün“ klassifiziert, sondern Stellenanzeigen, die Tätigkeiten oder Kompetenzen mit direktem Bezug zu Nachhaltigkeit, Klima- oder Ressourcenschutz enthalten.

Die untenstehende Grafik aus der Studie zeigt, dass der Anteil entsprechender Stellenanzeigen zwischen 2019 und 2025 kontinuierlich gestiegen ist. Besonders stark ist die Entwicklung in der Industrie: Bereits 44 % der Stellenanzeigen von Industrieunternehmen weisen heute einen Bezug zur Green Economy auf. Unternehmen suchen zunehmend Fachkräfte, um Nachhaltigkeitsziele umzusetzen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Besonders gefragt sind Kompetenzen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Umweltschutz und Emissionsminderung sowie erneuerbare Energien. Die Studie wertet dies als Zeichen dafür, dass Unternehmen die Green Economy nicht mehr nur als regulatorische Verpflichtung betrachten, sondern zunehmend als strategische Chance für Innovation, Resilienz und Wachstum.


Gehaltstransparenz zeigt Fachkräfteengpässe und regionale Unterschiede 

Die Debatte um Lohntransparenz gewinnt in Österreich weiter an Bedeutung. Der aktuelle Gehaltscheck 2026 von kununu, basierend auf mehr als 91.000 Gehaltsangaben, zeigt ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 51.185 €. Gleichzeitig bleibt der Gender Pay Gap erheblich: Männer verdienen im Schnitt 54.424 €, Frauen lediglich 45.699 € pro Jahr.

Die untenstehende Grafik verdeutlicht, welche Berufsgruppen aktuell die höchsten Einkommen erzielen. An der Spitze stehen Ärzt:innen (89.129 €), gefolgt von Softwarearchitekt:innen (79.347 €) und Private Bankern (77.162 €). Auffällig ist die starke Präsenz von Berufen aus den Bereichen Technologie, Finanzdienstleistungen und Vertrieb, was auf den anhaltenden Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte in diesen Sektoren hinweist.

Auch regional bestehen deutliche Unterschiede. Linz (53.330 €) und Wien (53.293 €) führen das Gehaltsranking der größten Städte an, während Kärnten mit durchschnittlich 47.541 € das Schlusslicht unter den Bundesländern bildet. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Standort, Qualifikation und Spezialisierung zunehmend entscheidende Faktoren für die Vergütung und den Wettbewerb um Talente sind.


Paketabgabe könnte Österreichs Wirtschaft stärker belasten als erwartet 

Die geplante Paketabgabe von 2 € pro Sendung sorgt für zunehmende Kritik aus Wirtschaft und Handel. Laut einer Studie der GAW – Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung könnte die Maßnahme das österreichische Bruttoregionalprodukt um bis zu 299 Mio. € pro Jahr reduzieren, während gleichzeitig bis zu 2.400 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Studie stellt damit die fiskalische Wirksamkeit der Abgabe infrage, da ein erheblicher Teil der erwarteten Staatseinnahmen durch geringere Wirtschaftsaktivität wieder verloren gehen könnte.

Die Grafik unten zeigt, dass die Belastungen Unternehmen aller Größenklassen treffen würden. Zwar entfällt der größte Wertschöpfungsverlust auf Großbetriebe (65 Mio. €), gleichzeitig verlieren jedoch auch Kleinst- und Kleinbetriebe zusammen mehr als 100 Mio. € an Wertschöpfung. Besonders betroffen wären laut Studie der Handel, das Gastgewerbe sowie weitere konsumabhängige Branchen.

Zusätzlich warnt die Untersuchung vor negativen Folgewirkungen auf Beschäftigung, Kaufkraft und Steuereinnahmen. Den prognostizierten Mehreinnahmen von rund 280 Mio. € stünden Steuer- und Abgabenverluste von knapp 140 Mio. € gegenüber. Die Debatte um die Paketabgabe entwickelt sich damit zunehmend zu einer grundsätzlichen Diskussion über die Balance zwischen Haushaltskonsolidierung, Wettbewerbsfähigkeit und Konsumwachstum.


Schweizer Anleger bleiben trotz Volatilität auf Langfristkurs 

Geopolitische Spannungen, Inflation und volatile Märkte haben das Vertrauen der Anleger bislang nicht erschüttert. Laut der aktuellen „Be Invested Global Survey“ von Fidelity International halten 35 % der befragten Schweizer Investoren konsequent an ihrer langfristigen Strategie fest, während nur 5 % in Phasen erhöhter Unsicherheit direkt verkaufen. Gleichzeitig erwarten 48 % steigende Aktienmärkte, und 44 % planen, ihr Investmentvolumen in den kommenden zwölf Monaten weiter auszubauen.

Die Studie zeigt zudem, dass langfristiges Investiertbleiben historisch die höchsten Renditen erzielt. Die untenstehende Grafik verdeutlicht, dass Anleger im S&P 500 bei durchgängigem Investment seit 1992 eine Rendite von 2.869 % erzielt hätten. Wer dagegen lediglich die fünf besten Börsentage verpasst hätte, wäre nur auf 1.734 % gekommen; beim Verpassen der 30 besten Tage schrumpft die Rendite sogar auf 381 %.

Für Investoren und Vermögensverwalter unterstreichen die Ergebnisse einen zentralen Trend: Time in the Market schlägt Market Timing. Gerade in einem Umfeld geopolitischer Unsicherheit gewinnt eine langfristige Kapitalallokation an Bedeutung, während kurzfristige Marktprognosen zunehmend an Aussagekraft verlieren.


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