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Family Offices setzen auf mehr Diversifikation

Germany 11 min read
Author
Jens Hohnwald

Wird KI zum neuen Wettbewerbsfaktor im Finanzsektor?

Eine aktuelle Studie von hypt zeigt, dass generative KI-Tools wie ChatGPT bei Geschäftsempfehlungen rasant an Bedeutung gewinnen. Innerhalb eines Jahres stieg ihr Einfluss von 6 % auf 45 %, während klassische Suchmaschinen an Relevanz verlieren. Für Banken und Unternehmen werden digitale Sichtbarkeit, Bewertungen und KI-Wahrnehmung damit zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor.

Weitere Entwicklungen aus dem Markt:

  • Orafol übernimmt den US-Folienhersteller Maxpro Manufacturing und baut damit seine Wertschöpfungskette sowie seine Präsenz in Nordamerika weiter aus.
  • Die Managementberatung H&Z übernimmt den Ivalua-Spezialisten Jupitos und erweitert ihr Angebot für die digitale Transformation von Einkaufsprozessen.
  • K+S kauft das Salzgeschäft von Qemetica für bis zu € 380 Mio. und stärkt damit seine Position im europäischen Markt für Salzspezialitäten.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen. 



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Siemens Energy übernimmt die nordirische Camlin Group und erweitert damit sein Angebot für digitale Stromnetze.

Energy

Siemens Energy

Baker McKenzie

n.v.

02

K+S übernimmt das Salzgeschäft von Qemetica mit Standorten in Deutschland und Polen für bis zu € 380 Mio.

Industrial

K+S AG

Deutsche Bank; Ashurst

n.v.

03

TUI Suisse verkauft den Kreuzfahrtanbieter Cruisetour an das Onlineportal E-Hoi und vereinbart eine langfristige Zusammenarbeit im Kreuzfahrtgeschäft.

Consumer

E-Hoi

n.v.

Mayer Brown; MLL Legal

04

Orafol übernimmt den US-Folienhersteller Maxpro Manufacturing und stärkt damit seine Präsenz in Nordamerika.

Industrial

Orafol

Deloitte Legal; FBT Gibbons

n.v.

05

Die spanische Saica übernimmt die Thimm Group von der Gesellschafterfamilie Thimm.

Industrial

Saica

n.v.

Deloitte Legal

06

Die Managementberatung H&Z übernimmt den Ivalua-Spezialisten Jupitos und stärkt damit ihre Kompetenzen in der Digitalisierung von Einkaufsprozessen.

Business Services

H&Z

Baker Tilly

n.v.

07

Die De Well Group übernimmt den Hamburger Logistikdienstleister Navis

Business Services

De Well Group

Grant Thornton

n.v.


Deal der Woche

Siemens Energy stärkt Stromnetzgeschäft mit Camlin-Übernahme

Siemens Energy übernimmt die nordirische Camlin Group und baut damit gezielt sein Geschäft für digitale Stromnetze und intelligente Netzinfrastruktur aus. Camlin ist auf sensorbasierte Netzüberwachung, Datenanalyse und softwaregestützte Netzintelligenz spezialisiert und unterstützt Netzbetreiber dabei, Störungen schneller zu erkennen und Wartungsprozesse effizienter zu steuern.

Die Übernahme unterstreicht den wachsenden Stellenwert von Digitalisierung und Resilienz im Energiesektor. Mit der Integration der Camlin-Technologie will Siemens Energy sein Grid-Portfolio erweitern und vom steigenden Investitionsbedarf in Stromnetze weltweit profitieren. Beim Kauf wurde Siemens Energy von Baker McKenzie beraten. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.


KI wird zum neuen Empfehlungs-Algorithmus im Banking

Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Kunden Finanzdienstleister finden und bewerten. Wie die untenstehende Grafik aus dem hypt Report Banking Switzerland 2026 zeigt, ist der Anteil generativer KI-Tools wie ChatGPT an Geschäftsempfehlungen innerhalb eines Jahres von 6 % auf 45 % gestiegen. Gleichzeitig sank die Bedeutung der klassischen Google-Suche von 83 % auf 71 %, was auf eine grundlegende Verschiebung im Informationsverhalten hindeutet.

Die Studie zeigt zudem, dass Online-Bewertungen zunehmend die Grundlage für KI-Empfehlungen bilden. Bereits 82 % der Kunden lesen KI-generierte Bewertungszusammenfassungen, während 74 % vor allem aktuelle Rezensionen der letzten drei Monate berücksichtigen. Für Banken wird damit die digitale Reputation zu einem direkten Wettbewerbsfaktor in KI-gestützten Such- und Beratungsprozessen.

Besonders sichtbar sind Institute mit einer starken Bewertungsbasis und hoher digitaler Präsenz. Im KI-Sichtbarkeits-Ranking führen die Zürcher Kantonalbank, Raiffeisen und Neon, während viele Filialen aufgrund fehlender Bewertungen kaum in den Antworten von ChatGPT, Gemini oder Claude erscheinen. Die Entwicklung zeigt, dass KI-Sichtbarkeit zunehmend zu einer strategischen Aufgabe für Marketing, Kundenservice und Markenführung wird.


Family Offices reduzieren Klumpenrisiken und diversifizieren global 

Geopolitische Spannungen, Schuldenrisiken und Unsicherheiten rund um den US-Dollar führen zu einer strategischen Neuausrichtung vermögender Familien. Der UBS Global Family Office Report 2026 zeigt, dass erstmals 60 % der Family Offices ihre strategische Asset-Allokation anpassen wollen. Die Grafik unten verdeutlicht dabei eine langfristige Verschiebung der regionalen Gewichtung: Der Anteil von Nordamerika stieg zwar von 40 % (2021) auf 52 % (2026), gleichzeitig wächst jedoch das Interesse an einer breiteren geografischen Diversifikation.

Trotz der anhaltenden Dominanz Nordamerikas gewinnen Westeuropa und die Region Asien-Pazifik wieder an Bedeutung. Laut UBS prüfen viele Family Offices eine stärkere Verteilung ihrer Investments über Regionen, Währungen und Anlageklassen hinweg, um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren. Besonders europäische und asiatische Investoren wollen ihre Portfolios widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen und wirtschaftlichen Schocks machen.Die Entwicklung unterstreicht einen breiteren Trend im Wealth Management: Diversifikation wird zunehmend als strategisches Risikomanagement verstanden und nicht nur als Renditeinstrument. Family Offices setzen dabei auf langfristige Resilienz, während Themen wie künstliche Intelligenz, Infrastruktur und Energie weiterhin als attraktive Wachstumstreiber gelten.


Krypto bleibt für Family Offices ein Nischenthema

Trotz der anhaltenden Aufmerksamkeit für digitale Vermögenswerte bleibt Krypto für die meisten Family Offices eine Ergänzung und kein Kernbestandteil der Vermögensallokation. Wie die Grafik unten zeigt, investieren 76 % der befragten Family Offices aktuell gar nicht in Kryptowährungen oder digitale Assets. Lediglich 24 % halten entsprechende Positionen im Portfolio.

Unter den investierten Family Offices bleiben die Engagements meist überschaubar. 61 % der Investoren allokieren lediglich 1 % ihres Vermögens in digitale Assets, während nur eine kleine Minderheit Positionen von mehr als 5 % hält. Laut UBS werden Kryptowährungen zwar zunehmend als Teil strategischer Allokationen betrachtet, die tatsächlichen Investitionsvolumina bleiben jedoch bewusst begrenzt.

Während Künstliche Intelligenz das dominante Anlagethema dieses Jahrzehnts bleibt und bereits von 65 % der Family Offices aktiv bespielt wird, werden digitale Assets weiterhin deutlich vorsichtiger bewertet. Die Zahlen deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren das Potenzial der Anlageklasse anerkennen, sie jedoch vorerst primär als opportunistische Beimischung und nicht als strategischen Schwerpunkt betrachten.


KI beschleunigt Cyberrisiken und erhöht den Handlungsdruck

Cyberangriffe werden zunehmend professioneller, unauffälliger und schwerer zu erkennen. Laut der aktuellen KPMG-Studie „Cybersecurity in Österreich 2026“ war bereits jeder achte Cyberangriff erfolgreich, während 30 % der Vorfälle zu länger andauernden Betriebsunterbrechungen führten. 

Gleichzeitig beschleunigt Künstliche Intelligenz die Bedrohungslage erheblich: Für jedes zweite Unternehmen zählen KI-gestützte Angriffe mittlerweile zu den größten Cyberrisiken. Besonders kritisch ist dabei die Geschwindigkeit, mit der Schwachstellen ausgenutzt werden können. Laut KPMG hat sich das Zeitfenster zwischen der Entdeckung einer Sicherheitslücke und ihrer Ausnutzung von mehreren Tagen auf wenige Stunden verkürzt.

Die Studie zeigt zudem, dass viele Unternehmen noch immer mit grundlegenden Sicherheitsproblemen kämpfen. 40 % nennen mangelhaftes Patchmanagement als häufigstes Einfallstor, während Angriffe über Lieferketten mittlerweile jedes fünfte Unternehmen betreffen. Gleichzeitig entstehen neue Risiken durch den Einsatz von KI im Unternehmensalltag: 61 % der Befragten berichten von Sicherheits- oder Datenschutzvorfällen infolge von Anwenderfehlern bei der Nutzung von KI-Tools. 


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