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Merck setzt mit $11,3 Mrd.-Deal ein Zeichen

Germany 9 min read
Author
Jens Hohnwald

Steht der M&A-Markt vor einer neuen Phase der Konsolidierung?

Obwohl sich die Konjunkturstimmung leicht aufhellt, planen nur noch 46 % der Schweizer Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten eine Akquisition, ein historischer Tiefstand in der Oaklins-Studie. Statt Expansion rücken Restrukturierungen, Portfoliooptimierungen und operative Effizienz in den Vordergrund. Der nächste Dealzyklus könnte deshalb stärker von Transformation als von Wachstum geprägt sein. 

Weitere Entwicklungen aus dem Markt:

  1. Bain Capital übernimmt 51 % an Everllence und steigt beim ehemaligen MAN Energy Solutions-Geschäft von Volkswagen ein.
  2. RWE übernimmt die Mehrheitsbeteiligung an Amprion und baut sein Engagement im deutschen Stromnetz weiter aus.
  3. Stada prüft laut Bloomberg die Übernahme von Cooper Consumer Health, das mit rund €6 Mrd. bewertet werden könnte.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen. 



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

C. H. Beck übernimmt Mehrheitsbeteiligung an der dtv Verlagsgesellschaft

Consumer

C. H. Beck

n.v

n.v.

02

RWE übernimmt Mehrheitsbeteiligung an Amprion

Energy

RWE AG

Hengeler Mueller

White & Case (für Swiss Life Asset Managers); Clifford Chance (für AEBG)

03

DHCare übernimmt Ottobocks Rollstuhlgeschäft (Human Mobility)

Healthcare/pharma

DHCare (unter der Rhône Group)

Linklaters

Freshfields

04

Bain Capital übernimmt 51 % an Everllence von Volkswagen

Manufacturing

Bain Capital

n.v

Linklaters

05

Merck übernimmt Bio-Techne für US$ 11,3 Mrd

Healthcare/pharma

Merck KGaA

Guggenheim Securities; J.P. Morgan; Sullivan & Cromwell

Goldman Sachs; Sidley Austin

06

Schufa übernimmt Compliance-Spezialisten Strateco

Financial services

Schufa Holding AG

DC Advisory

n.v.

07

Jungheinrich beteiligt sich an Automatisierungsspezialisten Navflex

Industrial

Jungheinrich AG

n.v

n.v.

08

Heidelberger Druckmaschinen übernimmt Service- und Ersatzteilgeschäft von Manroland Sheetfed

Manufacturing

Heidelberger Druckmaschinen AG

n.v

n.v.

09

Flaig + Hommel übernimmt Mauth Wärmebehandlungstechnik

Manufacturing

Flaig + Hummel GmbH

n.v

Sonntag Corporate Finance

10

Bantleon übernimmt Bantleon Convertible Experts vollständig

Financial services

Bantleon

n.v

n.v


Deal der Woche

Merck übernimmt Bio-Techne für US$ 11,3 Mrd.

Merck stärkt sein Life-Science-Geschäft mit der Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens Bio-Techne für US$ 11,3 Milliarden. Die Transaktion zählt zu den größten europäischen M&A-Deals des Jahres und erweitert das Portfolio in den Bereichen Forschungs-, Diagnostik- und Bioprozesslösungen. Guggenheim Securities und J.P. Morgan beraten Merck finanziell, Goldman Sachs unterstützt Bio-Techne. Rechtlich begleiten Sullivan & Cromwell sowie Sidley Austin die Transaktion.

Der Deal zeigt, dass strategische Käufer wieder bereit sind, hohe Bewertungen für innovative Technologien zu bezahlen. Gerade im Life-Science-Sektor nimmt die Konsolidierung spürbar Fahrt auf, während Konzerne gezielt in Wachstumsfelder mit langfristigem Innovationspotenzial investieren.


M&A-Talente bleiben gefragt

Mit der Rückkehr größerer Transaktionen steigt auch der Bedarf an erfahrenen M&A-Experten in Unternehmen. Gefragt sind Spezialisten, die den gesamten Dealprozess steuern, von der Identifikation geeigneter Targets über Due Diligence und Verhandlungen bis zur Integration nach dem Closing. Gerade in einem volatilen Markt zählen Flexibilität, strategisches Urteilsvermögen und belastbare Prozesse zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Diese Verantwortung spiegelt sich auch in der Vergütung wider. Die aktuelle Hays-Gehaltsstudie, dargestellt in der Grafik unten, zeigt, dass Senior M&A-Manager in Unternehmen Jahresgehälter von bis zu 200.000 Euro erzielen und damit zu den bestbezahlten Funktionen im Finanzbereich gehören. Bereits nach wenigen Jahren Berufserfahrung sind sechsstellige Gehälter möglich.

Der Wettbewerb um erfahrene Dealmaker dürfte damit weiter zunehmen. Unternehmen investieren nicht nur in Akquisitionen, sondern zunehmend auch in die internen Teams, die Transaktionen erfolgreich umsetzen und Wertschöpfung nach dem Abschluss sichern.


Schweizer Privatbanken wachsen, doch der Konsolidierungsdruck steigt

Die Schweizer Privatbanken verwalteten 2025 mit rund CHF 3,5 Billionen so viel Vermögen wie nie zuvor. Laut der aktuellen KPMG-Studie “Clarity on Swiss Private Banks” stiegen die Netto-Neugeldzuflüsse auf CHF 96 Milliarden, den höchsten Wert seit 2021. Gleichzeitig lieferten M&A-Transaktionen erstmals seit Jahren wieder einen spürbaren Wachstumsbeitrag.

Hinter den Rekordwerten verschlechtern sich jedoch die Ertragskennzahlen. Steigende Personalkosten und sinkende Zinserträge belasteten die Profitabilität, während sich das Cost-Income-Ratio branchenweit erhöhte. KPMG erwartet deshalb, dass die Zahl der Schweizer Privatbanken bis 2030 auf deutlich unter 70 Institute sinkt und sich die Konsolidierung insbesondere bei kleineren Häusern weiter beschleunigt.

Auch beim Einsatz von KI bleibt die Branche bislang vorsichtig. Die Grafik unten aus der KPMG-Studie zeigt, dass KI heute vor allem zur Steigerung der Mitarbeiterproduktivität und für die Erstellung von Kundendokumenten genutzt wird, während durchgängige Prozessautomatisierung noch die Ausnahme ist. Entsprechend erwarten die meisten Institute kurzfristig nur geringe Kosteneinsparungen, was den Druck erhöht, Effizienz künftig auch über M&A und Skaleneffekte zu realisieren.


Schweizer Unternehmen stellen Expansion zurück

Der Schweizer M&A-Markt bleibt trotz einer leichten Stimmungsaufhellung ungewöhnlich zurückhaltend. Laut dem Oaklins M&A Outlook 2026 planen nur noch 46 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten eine Akquisition, erstmals seit Beginn der Erhebung liegt dieser Wert unter der 50-Prozent-Marke. Gleichzeitig erwarten lediglich 26 Prozent eine hohe M&A-Aktivität, während der M&A-Index mit 86 Punkten weiterhin deutlich unter seinem langjährigen Niveau liegt.

Der Grund ist weniger fehlendes Interesse als fehlende Planungssicherheit. Geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise und anhaltende Unsicherheiten im Finanzierungsumfeld veranlassen viele Unternehmen, Restrukturierungen, Kostensenkungen und Portfoliobereinigungen höher zu priorisieren als Expansion. Auch die Bereitschaft, Unternehmensteile zu verkaufen, ist deutlich gesunken, da viele Eigentümer niedrigere Bewertungsmultiples nicht akzeptieren wollen.

Die untenstehende Grafik aus dem Oaklins M&A Outlook zeigt, dass sich der Markt zwar leicht stabilisiert hat, von einer breiten Erholung aber noch keine Rede sein kann. Strategische Käufer bleiben selektiv, gleichzeitig dürfte Restrukturierungs- und Transformations-M&A in den kommenden Monaten an Bedeutung gewinnen, insbesondere in Industrie-, Energie- und Technologiesektoren.

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