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Mega-Deals treiben den M&A-Markt wieder an

Germany 8 min read
Author
Jens Hohnwald

Nach zwei Jahren Zurückhaltung gewinnt der M&A-Markt wieder an Tempo. 

Unternehmen kaufen wieder Wachstum statt Kosten zu sparen. 

Bereits zu Jahresbeginn prognostizierte der Goldman Sachs Global M&A Outlook 2026 eine Rückkehr der Mega-Deals und eine Belebung des M&A-Markts. 

Ein halbes Jahr später zeigt sich dieses Bild zunehmend in den Marktdaten: Laut Reuters ist das globale Transaktionsvolumen gemessen am Dealwert deutlich gestiegen, auch wenn die Anzahl der Transaktionen im ersten Halbjahr noch um neun Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Große strategische Übernahmen prägen den Markt wieder. 

Das bewegt den Markt aktuell: 

  • Der Deal der Woche: Axel Springer übernimmt den Telegraph für 575 Mio. Pfund 
  • Rauch übernimmt den insolventen Bio-Getränkehersteller Kloster Kitchen und stärkt sein Portfolio im Functional-Drinks-Segment.
  • Springer Nature trennt sich von Scientific American und Spektrum der Wissenschaft und fokussiert sich stärker auf das wissenschaftliche Kerngeschäft.
  • ContiTech steht laut Reuters vor dem Verkauf an Lonestar. Die Sparte könnte mit rund 4 Mrd. Euro bewertet werden, ein Signing wird zeitnah erwartet.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Axel Springer übernimmt britische Telegraph Media Group

TMT

Axel Springer

LionTree; Freshfields

Gibson Dunn & Crutcher

02

Cimic übernimmt Bergbau-Dienstleister Thiess vollständig

Industrial

Cimic

n.v.

n.v.

03

Renk übernimmt britischen Getriebespezialisten David Brown Defence

Industrial

Renk Group AG

n.v.

n.v.

04

Persistent Systems bietet €81 je Aktie für Nagarro und bewertet den IT-Dienstleister mit rund €1 Mrd.

TMT

Persistent Systems

Hengeler Mueller

Freshfields; Gleiss Lutz

05

Rauch übernimmt den insolventen Bio-Getränkehersteller Kloster Kitchen

Consumer

Rauch Fruchtsäfte

n.v.

PLUTA

06

Grundfos übernimmt den Wasseraufbereitungsspezialisten Euwa

Industrial

Grundfos

Norton Rose Fulbright

n.v.

07

Holidu übernimmt das niederländische Ferienhausportal Gites.com

TMT

Holidu

n.v.

n.v.

08

Springer Nature verkauft Scientific American und Spektrum der Wissenschaft

TMT

Lab X Media Group; Geranova Bruckmann

n.v.

Freshfields


Deal der Woche

Axel Springer übernimmt den britischen Telegraph

Mit der Übernahme der Telegraph Media Group für 575 Mio. Pfund (rund 668 Mio. Euro) tätigt Axel Springer die zweitgrößte Akquisition seiner Unternehmensgeschichte. Nach der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden wechselt einer der traditionsreichsten britischen Zeitungstitel vom bisherigen Eigentümer RedBird IMI zum Berliner Medienkonzern. Springer will den Telegraph zum führenden konservativen Nachrichtenangebot der englischsprachigen Welt ausbauen und die internationale Expansion, Digitalisierung und den Einsatz von KI beschleunigen.

Die Transaktion zeigt, dass starke Medienmarken mit skalierbaren Digital-Abomodellen wieder zu begehrten strategischen Assets werden. Während klassische Printtitel weiter unter Druck stehen, investieren Medienhäuser gezielt in Marken mit hoher Kundenbindung und internationalem Wachstumspotenzial.

Axel Springer wurde von Freshfields rechtlich und von Liontree als Financial Advisor begleitet. Verkäufer RedBird IMI mandatierte Gibson Dunn & Crutcher.


Österreichs Startup-Finanzierungen ziehen wieder an, der KI-Boom bleibt jedoch aus

Nach dem schwächsten Jahr seit Langem kehrt Wachstum in den österreichischen Venture-Capital-Markt zurück. Im ersten Halbjahr sammelten Startups mehr als 400 Mio. Euro ein und übertrafen damit bereits das Gesamtvolumen des Jahres 2025.  Aus einer brutkasten-Auswertung geht hervor, dass vor allem Waterdrop und Gropyus mit jeweils 100 Mio. Euro den Markt prägten.

Auffällig ist jedoch, dass sich Österreich derzeit anders entwickelt als internationale VC-Märkte. Während weltweit KI-Startups die größten Finanzierungsrunden dominieren, stammen die größten österreichischen Deals aus unterschiedlichen Branchen. Selbst unter den fünf größten Finanzierungen findet sich kein reines KI-Unternehmen.

Für Investoren bleibt Österreich damit ein Markt mit solider Erholung, aber anderer Dynamik. Gleichzeitig unterstreicht die starke Konzentration auf Wien, das mehr als 80 Prozent des gesamten Investmentvolumens auf sich vereint, wie stark das heimische Startup-Ökosystem weiterhin von einzelnen Großtransaktionen und regionalen Clustern geprägt wird.


Mega-Deals sind zurück

Zu Jahresbeginn erwartete Goldman Sachs im Goldman Sachs Global M&A Outlook 2026 eine Rückkehr der Mega-Deals und steigende Transaktionswerte. Sechs Monate später bestätigt sich diese Entwicklung zumindest teilweise: Reuters berichtet, dass das weltweite M&A-Volumen gemessen am Dealwert deutlich gestiegen ist, während die Zahl der Transaktionen im ersten Halbjahr noch um 9 Prozent zurückging

Die Entwicklung zeigt, dass Unternehmen derzeit weniger, aber größere und strategisch bedeutendere Übernahmen abschließen. Besonders Transaktionen in den Bereichen Technologie, Energieinfrastruktur und Healthcare treiben das Marktvolumen.

Größe wird wieder zum Wettbewerbsfaktor. Statt ausschließlich Kosten zu optimieren, investieren Unternehmen zunehmend in strategische Zukäufe, um ihre Marktposition langfristig auszubauen.


Private Markets verändern den Exit-Prozess

Auch auf der Verkäuferseite verändert sich der Markt grundlegend. Die Entwicklung im Goldman Sachs Global M&A Outlook 2026 zeigt, dass GP-led Secondaries bis Ende 2026 auf 132 Mrd. US-Dollar wachsen sollen. Continuation Vehicles würden damit bereits 16 Prozent aller Sponsor-Portfolio-Exits ausmachen.

Der Hintergrund: Private-Equity-Häuser müssen Liquidität schaffen, möchten ihre erfolgreichsten Beteiligungen aber oft nicht vollständig verkaufen. Continuation Vehicles ermöglichen beides: Investoren erhalten einen Exit, während attraktive Unternehmen länger im Portfolio bleiben und weiter wachsen können.

Für den M&A-Markt bedeutet das einen strukturellen Wandel. Der klassische Verkauf oder Börsengang verliert an Bedeutung, stattdessen entstehen flexiblere Exit-Modelle, die Kapital freisetzen und gleichzeitig weiteres Wertsteigerungspotenzial erhalten.


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