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Egym-Playlist-Fusion setzt Maßstab im Healthtech

Germany 12 min read
Author
Jens Hohnwald

Guten Tag,

der Deal der Woche unterstreicht die zunehmende Globalisierung im Healthtech-Sektor: Der deutsche Fitness- und Healthtech-Anbieter Egym fusioniert mit dem US-Wellness-Tech-Unternehmen Playlist

Währenddessen zeigt sich der E-Commerce als stabiler Wachstumstreiber. Trotz schwacher Konsumstimmung legte der Onlinehandel 2025 um 3,2 % auf 83,1 Mrd. € zu, für 2026 wird weiteres Wachstum erwartet.

Darüber hinaus gab es weitere relevante Entwicklungen:

  • Die Deutsche Börse hat sich mit Management und Großaktionären von Allfunds auf eine Übernahme für 5,3 Mrd. € verständigt, wobei der Abschluss weiterhin unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen steht.
  • Qiagen prüft laut Bloomberg strategische Optionen bis hin zu einem möglichen Verkauf, was die Aktie im Zuge der Spekulationen um mehr als 12 % steigen ließ.
  • WTS beteiligt sich an der polnischen Steuerberatung WTS & Saja, um ihre Präsenz in Osteuropa gezielt auszubauen.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Egym fusioniert mit US-Wellness-Tech Playlist bei Bewertung von 7,5 Mrd. US-Dollar

TMT

Egym; Playlist (Fusion)

Latham & Watkins

Latham & Watkins

02

Depenbrock übernimmt Bauunternehmen Hermanns im Rahmen einer Nachfolgeregelung

Construction

Depenbrock Bau GmbH & Co. KG

n.v.

n.v.

03

WTS beteiligt sich an polnischer Steuerberatung WTS & Saja zur Expansion in Osteuropa

Business Services

WTS Group

n.v.

n.v.

04

German Underwriting (MRH Trowe) übernimmt Travelprotect vollständig

Insurance

German Underwriting GmbH (Teil von MRH Trowe)

n.v.

n.v.

05

Ameo übernimmt Amazon-Agentur Mindgruve zur europäischen Expansion

Business Services

Ameo Group

n.v.

n.v.


Deal der Woche

Egym fusioniert mit Playlist zur globalen Healthtech-Plattform

Der deutsche Fitness- und Healthtech-Anbieter Egym fusioniert mit dem US-Wellness-Tech-Unternehmen Playlist und wird Teil einer neuen globalen Plattform, die mit 7,5 Mrd. US-Dollar bewertet ist. Begleitet wird die Transaktion von einem Equity-Investment über 785 Mio. US-Dollar, angeführt von Affinity Partners und unterstützt von namhaften Investoren wie Vista Equity Partners, Temasek und L Catterton.

Die Allianz verfolgt ein klares strategisches Ziel: den Aufbau einer integrierten, daten- und KI-getriebenen Wellness-Technologieplattform. Während Playlist seine Präsenz in Europa über Egym ausbaut, erhält Egym Zugang zu Nordamerika und Asien – ein klassischer Scale-Up-Move mit globaler Reichweite. Die frischen Mittel sollen insbesondere in Künstliche Intelligenz, Produktentwicklung und internationale Expansion fließen.

Rechtlich begleitet wurde die Transaktion von Latham & Watkins auf Seiten beider Unternehmen. Der Deal unterstreicht den anhaltenden Appetit von Finanzinvestoren auf plattformfähige Health- und Wellness-Assets und zeigt, dass europäische Tech-Unternehmen zunehmend als gleichwertige Fusionspartner auf Augenhöhe auftreten.


Konjunkturerholung gewinnt an Fahrt bleibt jedoch fragil

Der HCOB Flash Composite PMI für Deutschland steigt im Januar auf 52,5 Punkte und erreicht damit ein Dreimonatshoch, was auf eine beschleunigte konjunkturelle Erholung hindeutet. Die untenstehende Grafik aus der HCOB-Flash-PMI-Studie von S&P Global zeigt, dass sich der Index wieder klar über der Expansionsschwelle von 50 bewegt, getragen vor allem vom Dienstleistungssektor (Services PMI: 53,3).

Auch die Industrie sendet vorsichtige Stabilisierungssignale: Die Industrieproduktion steigt erstmals wieder leicht (Index: 50,5), während der Industrie-PMI mit 48,7 weiterhin im kontraktiven Bereich verbleibt. Die rechte Grafik verdeutlicht die anhaltende Volatilität der Industrieentwicklung und unterstreicht, dass die Erholung noch nicht breit abgestützt ist.

Trotz wachsender Auftragseingänge verschlechtert sich die Lage am Arbeitsmarkt deutlich, mit dem stärksten Beschäftigungsrückgang seit Mitte 2020 außerhalb der Pandemie. Gleichzeitig nimmt der Kostendruck spürbar zu, insbesondere im Servicesektor, wo Einkaufs- und Verkaufspreise so stark steigen wie seit mehreren Jahren nicht mehr – ein Spannungsfeld für Margen, Inflation und Investitionsentscheidungen.


E-Commerce bleibt Wachstumstreiber trotz schwacher Konsumstimmung

Der E-Commerce erweist sich als robuster Wachstumstreiber in einer insgesamt schwachen Konsumkonjunktur. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) stieg der Bruttoumsatz 2025 auf 83,1 Mrd. € (+3,2 %), für 2026 wird ein weiteres Wachstum von 3,8 % erwartet. Die untenstehende Grafik aus der BEVH-Studie zeigt, dass die Quartalsumsätze seit Mitte 2024 wieder durchgehend zulegen.

Auch auf der Nachfrageseite bleibt der Onlinehandel stabil: 34,2 % der Kunden zählen zu den Vielkäufern, der durchschnittliche Bestellwert steigt auf 146,19 €, während die Kundenzufriedenheit mit 96,2 % auf hohem Niveau verharrt. Bemerkenswert ist zudem, dass der Anteil der Konsumenten, die ihre Onlineausgaben reduzieren wollen, mit 24,6 % den niedrigsten Stand seit vier Jahren erreicht. Das spricht für eine strukturelle Verankerung des digitalen Konsums, selbst in unsicheren Zeiten.

Gleichzeitig verschieben sich die Marktanteile deutlich zugunsten großer Plattformen. Online-Marktplätze vereinen inzwischen 56 % des gesamten E-Commerce-Umsatzes, wobei chinesische Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress mit +27,2 % wachsen und rund 30 % des gesamten Marktwachstums auf sich vereinen. Das erhöht den strategischen Druck für europäische Händler, was die Themen Skalierung, Plattformstrategien und Konsolidierung betrifft.


Österreichs CEOs bleiben vorsichtig und investieren dennoch international

Österreichs CEOs blicken deutlich pessimistischer auf die wirtschaftliche Zukunft als ihre internationalen Kolleg:innen. Während weltweit 61 % der CEOs mit globalem Wachstum rechnen, erwarten in Österreich lediglich 24 % ein Wachstum im eigenen Markt, und nur 12 % trauen sich Umsatzsteigerungen im eigenen Unternehmen zu. Die untenstehende Grafik aus dem PwC Global CEO Survey 2026 verdeutlicht diese Zurückhaltung im internationalen Vergleich.

Trotz dieser Skepsis investieren viele Führungskräfte weiterhin international. Laut PwC planen rund 40 % der österreichischen CEOs Auslandsinvestitionen, wobei die USA und Deutschland mit jeweils 24 % als wichtigste Zielmärkte gelten. Global dominieren die USA mit 35 %, während Indien zunehmend an Bedeutung gewinnt, was eine strategische Verschiebung hin zu dynamischen Wachstumsmärkten signalisiert.

Gleichzeitig zeigt sich eine Umsetzungslücke bei Innovation und KI. Zwar sehen 68 % der österreichischen CEOs Transformationsdruck, doch lediglich 18 % berichten bislang von Umsatzgewinnen durch KI, deutlich weniger als im globalen Durchschnitt. Im PwC CEO Survey wird klar gemacht, dass die Herausforderung weniger in der Technologie selbst als in ihrer strategischen Skalierung liegt.


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