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Megadeals Pipeline wächst laut JPMorgan

Germany 14 min read
Author
Jens Hohnwald

Guten Tag,

der Deal der Woche unterstreicht die fortschreitende Konsolidierung im globalen Asset Management: Nuveen stärkt mit der Übernahme von Schroders für rund € 11,4 Mrd. seine Position und schafft einen der weltweit größten aktiven Vermögensverwalter.

Parallel dazu erhält das niederösterreichische E-Tech-Scaleup Aviloo € 30 Mio. Wachstumskapital von Armira Growth und Invest AG, während der European Innovation Council Fund als früher Investor aussteigt und die internationale Expansion sowie die Weiterentwicklung der Batteriediagnostik Plattform beschleunigt werden sollen.

Weitere Impulse aus dem Markt:

  1. Hapag-Lloyd übernimmt die israelische Reederei ZIM für rund $ 4,2 Mrd. und baut damit seine globale Marktstellung im Containersegment weiter aus.
  2. J. P. Morgan erwartet für 2026 ein starkes Jahr für Megadeals, mit rekordhoher M&A Pipeline, möglicher IPO-Belebung in Deutschland und steigender Aktivität in ausgewählten Sektoren.
  3. Die Gesamtvergütung von Bank of America CEO Brian Moynihan stieg 2025 um 17,1 % auf $ 41 Mio. und spiegelt einen branchenweiten Trend wachsender CEO-Kompensationen bei großen US-Banken wider.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen. 



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Acrevis Bank fusioniert mit Regiobank Männedorf für rund CHF 25,8 Mio. und stärkt regionale Präsenz am Zürichsee

Financial services

Acrevis Bank AG

n.v.

Lenz & Staehelin

02

Hapag Lloyd übernimmt die israelische Reederei ZIM für rund $ 4,2 Mrd.

Industrial

Hapag Lloyd

Hengeler Mueller, Cravath Swaine & Moore LLP, Herzog Fox & Neeman

n.v.

03

Salzgitter übernimmt das Metallverarbeitungsunternehmen Thyrolf & Uhle, um seine Kompetenzen im Bereich Sicherheitsstähle auszubauen.

Industrial

Salzgitter AG

n.v.

n.v.

04

Die Deutsche Börse übernimmt die verbleibenden 20 % am Daten und Indexanbieter ISS Stoxx von General Atlantic für rund € 1,1 Mrd.

Financial services

Deutsche Börse AG

n.v.

n.v.

05

Bertelsmann erhöht über Bertelsmann Investments seine Beteiligung an der indischen Logistikplattform Lets Transport auf 80 %.

Industrial

Bertelsmann Investments

n.v.

n.v.

06

Nuveen übernimmt den Vermögensverwalter Schroders für rund € 11,4 Mrd.

Financial services

Nuveen

BNP Paribas; Clifford Chance LLP

n.v.

07

Ein deutsches Konsortium übernimmt Rolf Benz vom chinesischen Investor Kuka Investment and Management. Der Kaufpreis ist unbekannt.

Consumer

Deutsches Konsortium

n.v.

n.v.

08

Fuchs übernimmt die verbleibenden 50 % am türkischen Joint Venture Opet Fuchs von Opet und wird damit alleiniger Eigentümer.

Industrial

Fuchs

n.v.

n.v.

09

Loancos übernimmt die Forderungsmanagement Potsdam (FMP) von der Deutschen Kreditbank

Financial services

Loancos

n.v.

n.v.


Deal der Woche

€ 11,4 Mrd. Deal: Nuveen stärkt Position mit Schroders

Der US-Vermögensverwalter Nuveen übernimmt den britischen Asset Manager Schroders für rund € 11,4 Mrd. und schafft damit einen der weltweit größten aktiven Vermögensverwalter mit rund $ 2,5 Bio. Assets under Management. Die Barübernahme markiert einen weiteren Schritt in der Konsolidierung der Branche und stärkt insbesondere die Position im wachsenden Public-to-Private-Segment.

Die Transaktion unterstreicht den strategischen Trend hin zu Skalierung, globaler Plattformbildung und stabileren Gebührenmodellen in einem herausfordernden Marktumfeld. Schroders soll zunächst eigenständig weitergeführt werden, während Nuveen die internationale Expansion sowie die Integration der Investmentplattform vorantreibt.

Beraten wurde Nuveen finanziell von BNP Paribas, während Clifford Chance LLP als Rechtsberater fungierte. Der Deal zeigt, dass große Asset Manager verstärkt auf Übernahmen setzen, um Wachstum, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kapitalmarktumfeld zu sichern.


Fondsmarkt Schweiz im Aufwind, Top-Player bauen Vorsprung aus

Der Schweizer Fondsmarkt verzeichnet weiterhin starkes Wachstum und erreichte laut der Studie der Asset Management Association Switzerland (AMAS) ein Rekordvolumen von 1,74 Billionen CHF. Treiber waren vor allem Marktperformance von rund 7 % sowie steigende Neugeldzuflüsse, die deutlich über dem globalen Durchschnitt lagen. Insgesamt unterstreicht dies die Rolle der Schweiz als drittgrößter Asset-Management-Standort Europas.

Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Marktkonzentration bei wenigen Grossanbietern. Die Grafik aus der AMAS-Studie (siehe unten) verdeutlicht die klare Dominanz von UBS mit 36,6 % Marktanteil, gefolgt von Swisscanto, BlackRock und Pictet, während die zehn größten Anbieter zusammen rund 74 % des Marktes kontrollieren. Diese Entwicklung signalisiert eine strukturelle Verschiebung hin zu Skaleneffekten und globaler Wettbewerbsfähigkeit.

Es sieht so aus, als ob sich das Asset Management in einer Phase der Konsolidierung und Plattformbildung befindet. Während Anleger verstärkt Chancen in Aktienfonds suchen, sichern sie sich parallel mit Rohstoff- und Edelmetallstrategien gegen Risiken ab. Für den M&A-Markt bedeutet dies einen steigenden Druck auf kleinere Anbieter sowie eine Zunahme von Transaktionen entlang der Bereiche Distribution, Technologie und Produktintegration.


Mehr Firmenpleiten bei wachsendem Kostendruck

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Österreich ist 2025 das fünfte Jahr in Folge gestiegen und erreichte laut Statistik Austria rund 6.809 Fälle, ein Plus von etwa vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig zeigen Daten des KSV1870, dass trotz höherer Fallzahlen die gesamten Passiva deutlich zurückgingen, da weniger Großinsolvenzen verzeichnet wurden.

Die Grafik unten aus der Statistik Austria Analyse verdeutlicht, dass vor allem Dienstleistungen, Handel und Bau weiterhin die meisten Insolvenzen verzeichnen, während Information und Kommunikation deutlich stabiler bleiben. Besonders auffällig ist der starke Anstieg im Bereich Finanzdienstleistungen und sonstige Services, was auf steigende Kosten und schwache Nachfrage zurückgeführt wird.

Strukturell zeigt sich ein gemischtes Bild: Während mehr Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten, steigt gleichzeitig die Zahl der Registrierungen neuer Einheiten, was auf eine Phase wirtschaftlicher Neuordnung statt reiner Schrumpfung hindeutet. Laut KSV1870 treiben Inflation, hohe Kosten und schwache Kaufkraft die Bonitätsrisiken nach oben und erhöhen den Druck auf kleinere Marktteilnehmer.


Sondervermögen als selektiver Wachstumstreiber

Das staatliche Sondervermögen und steigende Verteidigungsausgaben zeigen erste konjunkturelle Impulse, bleiben jedoch ein selektiver Wachstumstreiber. Laut einer aktuellen IW-Studie erwartet nur rund jedes fünfte Unternehmen positive Effekte, während eine deutliche Mehrheit keine unmittelbaren Vorteile sieht. Die Grafik aus der IW-Analyse verdeutlicht, dass die Erwartungen stark zwischen Branchen variieren.

Die positiven Erwartungen konzentrieren sich vor allem auf neue Aufträge und indirekte Nachfrageeffekte, weniger auf direkte Fördermittel. Wie die Grafik zeigt, rechnen 9,6 % der Unternehmen mit zusätzlichen Aufträgen, während lediglich 3,1 % finanzielle Unterstützung zur Klimaneutralität erwarten. Damit wird deutlich, dass Unternehmen das Sondervermögen eher als Nachfrageimpuls denn als Subventionsinstrument interpretieren.

Strategisch relevant für M&A ist vor allem die Kombination aus Industriepolitik und Fachkräftedruck. Unternehmen mit positiven Erwartungen kalkulieren häufiger mit steigenden Umsätzen, gleichzeitig wächst der Personalbedarf insbesondere im verarbeitenden Gewerbe. Das IW-Personalpanel zeigt damit, dass staatliche Investitionen zwar Wachstumspotenzial schaffen, aber gleichzeitig strukturelle Engpässe im Arbeitsmarkt verstärken könnten.


Hyundai wächst gegen den Autotrend

Der europäische Automobilsektor steht weiter unter Margendruck, Regulierung und strategischen Korrekturen, doch einzelne Player entwickeln sich gegen den Trend. Während Stellantis Abschreibungen ankündigt und Volkswagen restrukturiert, baut Hyundai Marktanteile aus und positioniert sich mit einer langfristigen Industrie- und Plattformstrategie stabiler. Die Grafik aus dem finews-Beitrag zeigt, wie sich die Aktienperformance von Hyundai deutlich von vielen Wettbewerbern abkoppelt.

Ein zentraler Treiber ist die Kombination aus KI-Integration, Hybridstrategie und regionaler Produktion. Erwartungen rund um autonome Fahrfunktionen und Software, etwa durch die Nutzung von Nvidia-Plattformen, stützen die Bewertung zusätzlich zur operativen Entwicklung in Europa. Gleichzeitig setzt Hyundai bewusst auf flexible Antriebsstrategien statt radikaler Elektrifizierung, was dem Konzern in einem unsicheren Nachfrageumfeld Stabilität verleiht.

Damit deutet sich für strategische Investments ein Strukturwandel innerhalb der Branche an. Vertikal integrierte Hersteller mit globaler Kapitalbasis und lokaler Produktion werden zunehmend resilienter, während klassische OEMs einem immer größeren Kostendruck ausgesetzt sind. Die divergierende Aktienentwicklung, die in der Grafik dargestellt ist, unterstreicht diese Verschiebung innerhalb der Automobilindustrie.


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