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Asahi Kasei übernimmt AiCuris für €780 Mio

Germany 12 min read
Author
Jens Hohnwald

Guten Tag,

der Deal der Woche unterstreicht die Dynamik im internationalen Life-Sciences-Sektor. So übernimmt der japanische Konzern Asahi Kasei das Wuppertaler Unternehmen AiCuris für rund €780 Mio. und stärkt damit seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten im Bereich antiviraler Therapien.

Währenddessen baut der Non-Food-Discounter Kodi seine Marktpräsenz deutlich aus und übernimmt rund 200 Filialen der ostdeutschen Kette Mäc Geiz, während beide Marken künftig parallel weitergeführt werden sollen.

Zudem gab es weitere Entwicklungen im Markt:

  1. Die Eigentümerin der liechtensteinischen Bank Frick, PwC, soll Gerüchten zufolge mit der Prüfung strategischer Optionen beauftragt worden sein.
  2. Die EU-Kommission hat die Übernahme von Rosneft Deutschland durch den Bund genehmigt. Damit ist die staatliche Kontrolle über mehrere deutsche Raffineriebeteiligungen langfristig gesichert.
  3. Gabler konkretisiert seinen Börsengang mit einer Preisspanne von 37 bis 47 € und plant den 9. März als ersten Handelstag an der Frankfurter Börse.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen. 



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Wienerberger erwirbt 50 % + 1 Aktie an Italcer Group mit Option auf vollständige Übernahme

Manufacturing

Wienerberger AG

n.v.

n.v.

02

Kodi übernimmt Non-Food-Discounter Mäc Geiz und erweitert Präsenz im Osten

Retail

Kodi Beteiligungs GmbH

n.v.

n.v.

03

Steyr Motors übernimmt den dänischen Marinemotorenhersteller Bukh A/S

Manufacturing

Steyr Motors

n.v.

n.v.

04

Asahi Kasei übernimmt das Wuppertaler Biotech-Unternehmen Aicuris für rund €780 Mio.

Healthcare/pharma

Asahi Kasei Corporation über die US-Tochter Veloxis Pharmaceuticals

n.v.

Bank of America Europe DAC; Gibson Dunn

05

Novartis verkauft 70,68 % an Novartis India für rund $19 Mrd. an Private-Equity-Konsortium

Healthcare/pharma

Waverise Investments; Chris Capital; Two Infinity Partners

n.v.

n.v.

06

DuMont übernimmt die Kölnische Rundschau und integriert die Redaktion in den Kölner Stadt-Anzeiger

TMT

DuMont Mediengruppe

n.v.

n.v.

07

Nobix Group übernimmt das IT-Systemhaus Netmin und stärkt ihre Präsenz in Süddeutschland

TMT

Nobix Group

n.v.

Liberta Partners

08

Zurich Insurance bietet A$415 Mio. für den australischen Lebensversicherer Clearview

Insurance

Zurich Insurance Group

n.v.

n.v.

09

Online-Marketing-Agentur otago übernimmt Wiener Social-Media-Agentur umundauf.at

TMT

otago GmbH

n.v.

n.v.


Deal der Woche

Asahi Kasei übernimmt AiCuris für rund €780 Mio.

Der japanische Industriekonzern Asahi Kasei stärkt sein Healthcare-Geschäft durch die Übernahme des Wuppertaler Biotech-Unternehmens AiCuris für rund €780 Mio. Mit der Transaktion sichert sich der Konzern Zugang zu innovativen antiviralen Therapien und erweitert seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten im Pharmabereich.

AiCuris gilt als führender Spezialist für antivirale Wirkstoffe und verfügt über eine vielversprechende Pipeline zur Behandlung schwerer Virusinfektionen. Für Asahi Kasei stellt die Übernahme einen wichtigen Schritt dar, um seine Position im globalen Gesundheitsmarkt auszubauen.

Die Transaktion unterstreicht den anhaltenden strategischen Fokus internationaler Konzerne auf europäische Biotech-Innovationen. Asahi Kasei wurde bei der Übernahme von Nomura und JPMorgan beraten, während die Gesellschafter von AiCuris von Goldman Sachs unterstützt wurden.


Schweizer Hotellerie erreicht dritten Rekord in Folge

Die Schweizer Hotellerie verzeichnete 2025 mit 43,9 Millionen Logiernächten einen neuen historischen Höchststand und damit den dritten Rekord in Folge. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) stieg die Gesamtnachfrage gegenüber 2024 um 2,6% bzw. rund 1,1 Millionen Übernachtungen. Die Grafik unten aus der BFS-Studie zeigt, dass sich das Wachstum über das gesamte Jahr hinweg relativ stabil entwickelte, mit besonders starken Zuwächsen im April (+4,7%) und Dezember (+6,8%).

Treiber der Entwicklung war vor allem die starke internationale Nachfrage, die mit 22,8 Millionen Logiernächten (+3,7%) ein neues Allzeithoch erreichte. Gleichzeitig blieb auch der inländische Tourismus auf Rekordniveau und stieg um 1,4% auf 21,1 Millionen Übernachtungen. Besonders deutlich zeigte sich die Dynamik bei Gästen aus Europa und den USA, während sich asiatische Märkte zwar erholten, jedoch weiterhin unter dem Vorkrisenniveau lagen.

Auch regional profitierte ein großer Teil der Branche von dieser Entwicklung: elf der dreizehn Tourismusregionen verzeichneten steigende Logiernächtezahlen. Besonders stark wuchsen die Regionen Zürich, Waadt und Graubünden, während gleichzeitig die Nettozimmerauslastung auf 56,8% stieg und damit den bisherigen Rekord von 2019 übertraf. Insgesamt bestätigt die Entwicklung eine anhaltend robuste Nachfrage nach Schweizer Destinationen, während Branchenvertreter für 2026 eher mit einer Stabilisierung auf hohem Niveau rechnen.


Finanzexperten werden wieder optimistischer

Die Stimmung unter Finanzanalysten hat sich deutlich aufgehellt. Der UBS CFA Society Switzerland Indicator stieg im Februar um 14,5 Punkte auf 9,8 und erreichte damit laut UBS den zweithöchsten Stand seit Anfang 2025. Die Grafik aus der Studie von CFA Society Switzerland und UBS zeigt insbesondere verbesserte Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz und der Eurozone, während der Ausblick für die USA weiterhin verhaltener bleibt.

Ein weiterer Treiber der positiveren Einschätzung ist die Erwartung einer stabilen Inflationsentwicklung. Viele Analysten gehen davon aus, dass die Inflation in der Schweiz nahe Null verharren oder sogar leicht sinken könnte. Gleichzeitig wird der Euro-Franken-Wechselkurs zunehmend als fair bewertet, wobei laut Umfrage eine Wahrscheinlichkeit von rund 60% für eine Spanne zwischen CHF 0,90 und CHF 1,00 pro Euro gesehen wird.

Die Grafik verdeutlicht zudem, dass sich mehrere makroökonomische Indikatoren gleichzeitig verbessern, darunter Konjunkturerwartungen und die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage. Diese Entwicklung signalisiert eine vorsichtig optimistische Grundstimmung im Finanzmarkt, auch wenn globale Unsicherheiten weiterhin bestehen.


Märkte erwarten stabile SNB-Zinsen im Jahr 2026

Parallel zur verbesserten Analystenstimmung rechnen die Finanzmärkte mit einer stabilen Geldpolitik in der Schweiz. Laut der Umfrage erwarten 84% der befragten Experten, dass der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im ersten Quartal 2026 bei 0% bleibt. Die zweite Grafik aus der UBS/CFA-Erhebung zeigt, dass auch für die folgenden Quartale eine weitgehende Stabilität des Zinsniveaus erwartet wird.

Zwar sehen einige Marktteilnehmer eine moderate Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung in den negativen Bereich, insbesondere gegen Ende des Jahres. Dennoch bleibt dieses Szenario deutlich weniger wahrscheinlich als ein Fortsetzen der aktuellen geldpolitischen Linie. Gleichzeitig rechnen nur rund 7% der Befragten mit einer Zinserhöhung im laufenden Jahr.

Die erwartete Zinsstabilität spiegelt die Einschätzung wider, dass Inflationsdruck in der Schweiz derzeit begrenzt bleibt. Für Unternehmen und Investoren schafft diese Perspektive ein Umfeld mit relativ planbaren Finanzierungskosten, was insbesondere für Investitionen und Transaktionen in einem weiterhin unsicheren globalen Umfeld relevant ist.


US-Zölle verschieben Handelsströme statt das Defizit zu senken

Die US-Zollpolitik hat ihr zentrales Ziel bislang verfehlt: Das Warenhandelsdefizit der USA bleibt weiterhin auf sehr hohem Niveau. Laut dem Bericht des Institut der deutschen Wirtschaft belief sich das US-Warenhandelsdefizit 2025 auf rund 1,23 Billionen US-Dollar und lag damit sogar leicht über dem Vorjahreswert. Die Grafik unten aus dem IW-Kurzbericht zeigt, dass sich die Handelsungleichgewichte gegenüber einzelnen Partnern teilweise sogar ausgeweitet haben.

Statt das Defizit insgesamt zu reduzieren, führten die Zölle vor allem zu einer Verschiebung der Handelsströme zwischen einzelnen Ländern. Besonders deutlich nahm das US-Defizit gegenüber Vietnam, Taiwan und Mexiko zu, während es gegenüber China sowie teilweise auch gegenüber der EU zurückging. Die Grafik verdeutlicht damit, dass Handelsbarrieren häufig eher zu Umlenkungseffekten im globalen Handel führen als zu einer strukturellen Verringerung von Handelsungleichgewichten.

Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Belastung der Zölle größtenteils von der US-Wirtschaft selbst getragen wird. Studien zeigen, dass über 90 % der Zollkosten letztlich bei amerikanischen Importeuren und Konsumenten landen, wodurch sich die Maßnahmen auch auf die Preisentwicklung auswirken können. Für internationale Unternehmen bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: anhaltende Unsicherheit in den globalen Handelsbeziehungen und bei Investitionsentscheidungen.


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