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Heidelberger Druck steigt in Defence ein

Germany 13 min read
Author
Jens Hohnwald

Verlagern geopolitische Spannungen Kapitalströme neu und machen sichere Finanzplätze zu den Gewinnern?

Aktuelle Analysen zeigen, dass Unsicherheit Investmententscheidungen beeinflusst und konkrete Vermögensverschiebungen auslöst. Rund 30 % der Investoren nennen geopolitische Spannungen als wichtigsten Einflussfaktor, während der Anteil optimistischer Marktteilnehmer auf 39 % gesunken ist.

Gleichzeitig gewinnen stabile Standorte wie die Schweiz an Attraktivität, da schon 42 % der vermögenden Kunden im Wealth Management einen Wohnsitzwechsel in Betracht ziehen. Portfolios verschieben sich in Richtung alternativer Anlagen, während KI an Bedeutung gewinnt.

Weitere aktuelle Entwicklungen im Markt:

  • Heidelberger Druckmaschinen gründet gemeinsam mit Ondas Autonomous Systems das Joint Venture Onberg Autonomous Systems zur Entwicklung und Produktion autonomer Drohnenabwehrsysteme in Europa
  • UniCredit hält sich bei der angestrebten Übernahme der Commerzbank die Option eines feindlichen Angebots offen und erhöht damit den Druck auf die laufenden Verhandlungen
  • Novartis übernimmt für bis zu $3 Mrd. einen Brustkrebs Wirkstoff vom US Unternehmen Synnovation und stärkt gezielt sein Onkologie Portfolio

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

LifeFit übernimmt die Fitnessstudiokette Just Fit mit 21 Standorten im Rheinland.

Consumer

LifeFit

BDO

n.v.

02

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien übernimmt 25,1 % am Lebensmittel-Startup afreshed.

Consumer

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien

n.v.

n.v.

03

ProSiebenSat.1 veräußert seine AdTech-Beteiligungen Esome und Kairion an Pivotum Capital.

TMT

Pivotum Capital

n.v.

n.v.

04

Heidelberger Druckmaschinen gründet mit Ondas Autonomous Systems das Joint Venture Onberg Autonomous Systems zur Entwicklung und Produktion autonomer Drohnenabwehrsysteme in Europa.

Industrial

n/a (Joint Venture von Heidelberger Druckmaschinen und Ondas Autonomous Systems)

n.v.

Linklaters; Taylor Wessing (berieten Heidelberger Druckmaschinen)

05

Goldbeck übernimmt 50 % der Zaunergroup, um gemeinsam Rechenzentren anzubieten.

Industrial

Goldbeck

KPMG; KPMG Law – Buchberger Ettmayer

Weber & Co

06

Der Zeitungsverlag Oberbayern beteiligt sich an Showheroes und bringt seine Traffective-Anteile ein.

TMT

Zeitungsverlag Oberbayern

Deloitte

n.v.

07

Die Köster-Gruppe übernimmt die Wacker Bauunternehmung und stärkt damit ihre Position im schlüsselfertigen Wohn- und Gewerbebau.

Real estate

Köster-Gruppe

n.v.

n.v.

08

Dormakaba übernimmt Any2any-Anteile und erweitert so seine Mobile-Wallet-Funktionalitäten.

Business Services

Dormakaba

Poellath

n.v.


Deal der Woche

Heidelberger Druckmaschinen baut Drohnenabwehr Joint Venture auf

Heidelberger Druckmaschinen gründet gemeinsam mit Ondas Autonomous Systems das Joint Venture Onberg Autonomous Systems, mit dem Ziel, einen europäischen One-Stop-Shop für autonome Drohnenabwehrsysteme aufzubauen. Der Standort Brandenburg an der Havel soll dabei als zentrales Kompetenzzentrum für Entwicklung und Produktion dienen.

Die Partnerschaft unterstreicht die zunehmende Konvergenz von Industrie und Verteidigungstechnologie und markiert einen strategischen Schritt von Heidelberger Druckmaschinen in ein wachstumsstarkes Zukunftsfeld. Im Fokus stehen insbesondere der Schutz kritischer Infrastruktur sowie die Stärkung der europäischen Sicherheitsarchitektur.

Die Transaktion ist ein klares Signal für die Reindustrialisierung sicherheitsrelevanter Technologien in Europa und zeigt, wie etablierte Industrieunternehmen ihre Geschäftsmodelle im Zuge geopolitischer Entwicklungen neu ausrichten. Bei der Transaktion berieten Linklaters und Taylor Wessing Heidelberger Druckmaschinen.


Leichter Rückgang der Insolvenzen mit strukturellen Risiken

Die aktuelle Hochrechnung des KSV1870 zeigt erstmals seit Jahren einen moderaten Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 6 % auf insgesamt 1.687 Fälle im Q1 2026. Wie die Grafik unten aus der KSV1870-Studie zeigt, bleibt das Niveau dennoch hoch und eine nachhaltige Trendumkehr ist nicht erkennbar. Vielmehr handelt es sich um eine fragile Stabilisierung vor dem Hintergrund anhaltender makroökonomischer Unsicherheiten.

Besonders kritisch ist die Entwicklung hin zu mehr nicht eröffneten Verfahren mangels Masse, die bereits 41 % aller Insolvenzen ausmachen. Während eröffnete Verfahren um 12 % zurückgingen, stiegen Nichteröffnungen um 5 %, was auf eine zunehmende Liquiditätsknappheit und strukturelle Schwäche vieler Unternehmen hinweist. Die Grafik verdeutlicht diese Verschiebung klar und unterstreicht die steigenden Risiken für Gläubiger.

Auch die Entwicklung der Passiva (−24 % auf rund €2,0 Mrd.) signalisiert nur auf den ersten Blick Entspannung. Wie im Report hervorgehoben, ist die Summe stark durch einzelne Großinsolvenzen verzerrt, insbesondere durch den Benko-Effekt, bei dem ein Einzelfall rund die Hälfte der gesamten Verbindlichkeiten ausmacht. Ohne diesen Sondereffekt wäre der Rückgang deutlich stärker, was die hohe Volatilität der Schadenslage unterstreicht.


Digitale Vorreiter konzentrieren sich in urbanen Innovationsclustern

Die digitale Transformation entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Regionen und Standorte. Der Digitale-Vorreiter-Index zeigt, dass sich digitale Stärke in Deutschland nicht gleichmäßig verteilt, sondern klar in bestimmten Clustern bündelt. Besonders Metropolregionen wie München, Frankfurt oder Heidelberg weisen mit Anteilen von bis zu rund 8 % eine überdurchschnittliche Dichte digitaler Vorreiter auf.

Die Karte aus der IW-Studie verdeutlicht dabei ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle. Während urbane Räume und ihr Umland von starken Innovationsökosystemen profitieren, sinkt der Anteil digitaler Vorreiter in ländlichen Regionen deutlich auf teils unter 2,5 %. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die räumliche Nähe von Start ups, etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die Innovation beschleunigt.

Zudem wird ein klares Ost West Gefälle sichtbar, insbesondere außerhalb der Städte. Während ostdeutsche ländliche Regionen hinterherhinken, erreichen urbane Zentren vergleichbare Werte wie im Westen. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie Cham, dass auch abseits der Metropolen leistungsfähige Technologiecluster mit starker Ausstrahlung entstehen können.


Geopolitische Spannungen treiben Kapitalströme in sichere Finanzplätze

Die globale Vermögensverwaltung tritt in eine Phase erhöhter Unsicherheit ein, in der geopolitische Risiken zum wichtigsten Treiber von Investmententscheidungen werden. Die Grafik aus der PwC-Studie zeigt, dass 30 % der Investoren geopolitische Spannungen als zentralen Einflussfaktor nennen, deutlich vor makroökonomischen Faktoren oder Marktvolatilität. Parallel dazu ist die Stimmung spürbar eingetrübt, mit einem Rückgang der Optimisten unter Vermögensverwaltern von 56 % auf nur noch 39 %.

Diese Entwicklung führt bereits zu konkreten Kapitalverschiebungen und einer strategischen Neuausrichtung vermögender Kunden. Vermögen wird nicht nur diversifiziert, sondern zunehmend auch geografisch verlagert, wobei 42 % der Kunden einen Wohnsitzwechsel in Betracht ziehen. Besonders profitieren davon stabile Finanzplätze wie die Schweiz, die aufgrund von Sicherheit, Neutralität und regulatorischer Verlässlichkeit als bevorzugte Destination für Kapitalzuflüsse gelten.

Gleichzeitig verändert sich die Struktur der Portfolios grundlegend. Alternative Anlagen wie Private Equity, Immobilien und Private Debt entwickeln sich zum Kernbestandteil, während technologische Entwicklungen, insbesondere künstliche Intelligenz, zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden. Insgesamt zeigt sich, dass geopolitische Unsicherheit nicht nur Risiken schafft, sondern auch neue Dynamiken in Kapitalallokation, Kundenverhalten und Standortwettbewerb auslöst.


Energiepreisschock treibt Inflation und belastet Haushalte ungleich

Die erneuten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich zunehmend auf die Realwirtschaft aus und zeigen sich direkt in den Preisentwicklungen. Insbesondere die Grafik aus dem IMK Inflationsmonitor verdeutlicht, dass Energiepreise erneut anziehen und damit als zentraler Inflationstreiber zurückkehren, nachdem sie sich zwischenzeitlich stabilisiert hatten.

Laut IMK-Prognose dürfte die Inflationsrate in Deutschland im ersten Halbjahr wieder deutlich über 2,5 % steigen, getrieben vor allem durch höhere Ölpreise. Dabei zeigt sich eine klare Verteilungswirkung: Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen sind überproportional betroffen, da Energie- und Kraftstoffkosten einen größeren Anteil ihres Budgets ausmachen. Bereits ein moderater Anstieg von 20 Cent pro Liter führt hier zu spürbaren Mehrbelastungen und einer überdurchschnittlichen Inflationsrate.

Diese Entwicklung unterstreicht, dass Inflation zunehmend nicht nur ein makroökonomisches, sondern auch ein sozioökonomisches Thema ist. Für den M&A-Markt bedeutet dies ein anspruchsvolleres Umfeld: steigende Kosten, geringere Konsumspielräume und damit potenziell sinkende Nachfrage in konsumgetriebenen Sektoren. Gleichzeitig erhöhen volatile Energiepreise die Unsicherheit in Bewertungen und erschweren die Planbarkeit von Cashflows.


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