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Konsumklima kippt in Deutschland

Germany 12 min read
Author
Jens Hohnwald

Kippt die Konsumstimmung erneut und wird zum Risiko für die Konjunktur?

Aktuelle Daten des HDE-Konsumbarometers zeigen, dass die Erwartungen der Verbraucher deutlich nachgeben und damit die private Nachfrage unter Druck gerät. Steigende Energiepreise und Zinserwartungen belasten die Einkommensperspektiven, wodurch sich das Umfeld für konsumgetriebene Geschäftsmodelle und entsprechende Deal-Aktivitäten spürbar eintrübt.

Weitere Marktbewegungen im Überblick:

  • Zeppelin Rental übernimmt die Constellation Baulogistik Gruppe und baut damit sein Baulogistikgeschäft in Deutschland gezielt aus
  • Internationale Investoren um Bill Gates zeigen Interesse an einem neuen Startup der Biontech-Gründer Sahin und Türeci und sorgen für hohe Aufmerksamkeit im Markt
  • Die ING sagt den Verkauf ihres Russlandgeschäfts ab, da regulatorische Hürden den geplanten Exit weiterhin erschweren

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

SAP übernimmt den US-Software-Anbieter Reltio zur Stärkung seiner KI- und Datenplattformstrategie

TMT

SAP

n.v.

n.v.

02

Reforged Studios übernimmt den deutschen Videospiel-Publisher Headup

TMT

Reforged Studios

Görg

n.v.

03

Zeppelin Rental übernimmt die Constellation Baulogistik Gruppe (CPC und Greenlean Baulogistik)

Construction

Zeppelin Rental

n.v.

IMAP

04

Infitech übernimmt den Krankenversicherungs-Vertriebsspezialisten Verticus von HVP Hanse Vertriebspartner

Insurance

Infitech

n.v.

n.v.

05

Audentra übernimmt das Ingenieurbüro RW Bauphysik zur Erweiterung seines Compliance- und Infrastrukturangebots

Business Services

Audentra

Baker Tilly

n.v.

06

Novartis übernimmt die US-Biotechfirma Excellergy für bis zu 2 Milliarden Dollar

Healthcare/pharma

Novartis

n.v.

n.v.


Deal der Woche

SAP übernimmt Reltio und baut zentrale Datenbasis für KI-Anwendungen aus

SAP hat die Übernahme des US-Unternehmens Reltio angekündigt, einem Anbieter von cloudnativer Master-Data-Management-Software. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet. Ziel ist es, Unternehmen eine einheitliche, KI-fähige Datenbasis über SAP- und Nicht-SAP-Systeme hinweg bereitzustellen.

Reltio konsolidiert strukturierte und unstrukturierte Daten aus verschiedenen Quellen zu einem „Golden Record“ und ermöglicht so eine konsistente Sicht auf zentrale Unternehmensdaten wie Kunden, Produkte oder Lieferketten. Diese Vereinheitlichung schafft die Grundlage für verlässliche KI-Anwendungen und automatisierte Entscheidungsprozesse im operativen Geschäft.

Nach Vollzug soll Reltio in die SAP Business Data Cloud integriert werden und dort den Zugriff von KI-Modellen auf verteilte Datenquellen in Echtzeit ermöglichen. Die Unterstützung standardisierter Schnittstellen sowie vorkonfigurierte Branchenlösungen sollen die Implementierung beschleunigen und den Einsatz von datengetriebenen und KI-gestützten Anwendungen vereinfachen.


Geopolitische Risiken treiben Pessimismus und Portfolioanpassungen

Die aktuelle Umfrage des Aquila Vermögensverwalter Index zeigt eine deutliche Eintrübung der Marktstimmung infolge des Iran-Konflikts und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Rund 65 % der befragten Vermögensverwalter erwarten ein Szenario eines „Frozen Conflict“, während gleichzeitig steigende Risiken wie eine mögliche Blockade der Straße von Hormus zunehmend in den Fokus rücken. Diese Entwicklungen führen zu einer Neubewertung makroökonomischer Szenarien, insbesondere mit Blick auf Stagflation und schwächeres Wachstum.

Parallel dazu zeigt sich eine vorsichtige Anpassung der Portfolios: Die Aktienquote sinkt, während Anleihen und Cash-Positionen leicht ausgebaut werden. Trotz dieser defensiveren Positionierung bleibt die Mehrheit selektiv investiert, mit über 50 % der Befragten, die weiterhin opportunistische Zukäufe planen. Eine breite Risikoaversion ist damit noch nicht erkennbar, vielmehr deutet sich eine Phase gezielter Umschichtungen an.

Die veränderten Markterwartungen spiegeln sich besonders deutlich im Ausblick für den Schweizer Leitindex wider. Die Grafik aus der Aquila-Studie zeigt, dass der Anteil der Optimisten für den SMI von 64 % auf nur noch 17 % eingebrochen ist, während die Zahl der Pessimisten deutlich gestiegen ist. Gleichzeitig erwarten deutlich mehr Marktteilnehmer steigende Zinsen, was auf eine anhaltend restriktive Kapitalmarkterwartung hindeutet.


Startup-Investments in Österreich erreichen Frühjahrsdynamik auf Rekordniveau

Nach mehreren schwachen Jahren zeigt sich im ersten Quartal 2026 eine deutliche Belebung des österreichischen Venture-Markts. Das Finanzierungsvolumen erreicht mit rund €250 Mio. bereits das Niveau des Gesamtjahres 2025, getragen von einzelnen großen Runden wie Gropyus (€100 Mio.) sowie weiteren Investments im DeepTech- und AI-Bereich. Die Grafik unten aus der Brutkasten Analyse zeigt die größten Deals des Quartals und verdeutlicht die starke Konzentration auf wenige kapitalintensive Scale-ups.

Strukturell bleibt der Markt jedoch selektiv: Die Anzahl der Finanzierungsrunden liegt mit 42 Deals im Rahmen der Vorjahre, während sich die Kapitalallokation zunehmend auf technologiegetriebene Geschäftsmodelle fokussiert. Auffällig ist zudem die regionale Verteilung, bei der neben Wien erstmals Oberösterreich mit über 26 % Anteil deutlich an Bedeutung gewinnt. Parallel zeigt sich eine leichte Verbesserung bei der Diversität, mit steigenden Anteilen von Mixed- und Frauen-Teams, auch wenn diese weiterhin klar unterrepräsentiert bleiben.

Die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung ist jedoch noch unklar. Der erneute Anstieg geopolitischer Risiken und die damit verbundene Energie- und Lieferkettenunsicherheit könnten die Investmentdynamik im weiteren Jahresverlauf bremsen. Erfahrungen aus 2022 deuten darauf hin, dass sich solche Effekte oft zeitverzögert zeigen und erst in den kommenden Quartalen vollständig im Dealflow sichtbar werden.


Konsumklima in Deutschland kippt, steigende Energiepreise dämpfen Erwartungen

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im April deutlich verschlechtert. Das HDE Konsumbarometer fällt auf 94,85 Punkte und erreicht damit den niedrigsten Stand seit Anfang 2024, nachdem sich die Erwartungen zu Jahresbeginn noch stabilisiert hatten. Haupttreiber sind gestiegene Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen sowie zunehmende Unsicherheit hinsichtlich Inflation und Zinsentwicklung.

Das Barometer misst die erwartete Konsumstimmung der kommenden drei Monate und reflektiert insbesondere Einschätzungen zu Einkommen, Preisen und Sparverhalten. Aktuell rechnen Verbraucher mit höheren Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig schwächerer Einkommensentwicklung. Auffällig ist zudem, dass die Sparneigung zurückgeht, da Haushalte steigende laufende Ausgaben kurzfristig kompensieren müssen.

Für den Transaktionsmarkt ergibt sich daraus ein anspruchsvolleres Umfeld. Schwächere Konsumperspektiven wirken sich direkt auf umsatzgetriebene Geschäftsmodelle aus, insbesondere im Retail und Consumer Segment. Gleichzeitig erhöhen volatile makroökonomische Erwartungen die Unsicherheit in Bewertungsprozessen und können Entscheidungszyklen auf Käufer- und Verkäuferseite verlängern.


Energiepreisschock belastet Wachstum und treibt Inflation nach oben

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognosen deutlich nach unten angepasst. Für 2026 wird nur noch ein BIP Wachstum von 0,6 % erwartet, nach zuvor 1,3 %, während auch die Perspektiven für 2027 spürbar reduziert wurden. Gleichzeitig steigt die Inflation stärker als bislang angenommen, getrieben durch den Energiepreisschock infolge des Iran Kriegs.

Das Frühjahrsgutachten zeigt eine klare Kombination aus schwächerem Wachstum und anhaltendem Preisdruck, wodurch sich die wirtschaftliche Erholung weiter verzögert. Die Inflation dürfte 2026 bei rund 2,8 % liegen und 2027 weiter anziehen, während der private Konsum deutlich an Dynamik verliert. Die expansive Fiskalpolitik wirkt stabilisierend, kann die strukturellen Belastungen jedoch nur teilweise kompensieren.

Die zugrunde liegende Analyse verdeutlicht, dass steigende Energiepreise sowohl das Wachstum als auch die Preisentwicklung negativ beeinflussen. Für den M&A Markt bedeutet dies ein Umfeld mit erhöhten Finanzierungskosten, vorsichtigeren Investoren und verzögerten Transaktionsprozessen, insbesondere in energieintensiven Industrien und zyklischen Sektoren.


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