Back to Teaser

Energiepreise schüren neue Inflationssorgen

Germany 10 min read
Author
Jens Hohnwald

Droht Europa ein neues Inflationsproblem? 

Der starke Anstieg von Öl- und Gaspreisen infolge des Iran-Krieges erinnert zunehmend an die Energiekrise 2022 und erhöht den Druck auf Unternehmen, Verbraucher und Kapitalmärkte. 

Laut IW könnten Lebensmittel, Heizkosten und Treibstoff erneut die Inflation anheizen. Erste Frühindikatoren zeigen steigenden Inflationsdruck: Die Inflationsrate stieg von 2,1 % im Januar auf 2,7 % im März 2026. 

Weitere relevante Entwicklungen aus dem Markt:

  • SAP übernimmt Prior Labs und plant zusätzlich den Kauf von Dremio, um seine KI- und Datenstrategie weiter auszubauen.
  • BMW i Ventures startet einen neuen Fonds über $300 Millionen zur Finanzierung von KI- und Deeptech-Start-ups. 
  • Kone prüft die Übernahme von TK Elevator für rund €30 Milliarden, steht dabei jedoch vor regulatorischen und finanziellen Herausforderungen. 

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen.



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

SAP übernimmt Prior Labs und plant zusätzlich den Kauf von Dremio zur Stärkung seiner KI-Strategie

TMT

SAP

n.v.

n.v.

02

Stem übernimmt die Software des Wiener Solar-Start-ups raicoon in einem Asset-Deal

Energy

Stem

n.v.

n.v.

03

Admicasa übernimmt die Treuhandgesellschaft Kade & Partner und integriert deren CEO als neuen Gruppenchef

Business Services

Admicasa

n.v.

n.v.

04

Personio übernimmt das KI-Startup Aurio zur Stärkung seiner Recruiting-Technologie.

TMT

Personio

n.v.

n.v.

05

Adyen übernimmt die Berliner Plattform Talon.One für 750 Millionen Euro und stärkt damit sein Commerce-Angebot.

TMT

Adyen

Hengeler Mueller, De Brauw Blackstone Westbroek

Christoph Gerber, Sebastian Haas und weitere Gesellschafter

06

Betzemeier Automotive Software übernimmt die IT-Tochter Midata Service von MCE Bank.

TMT

Betzemeier Automotive Software

n.v.

Dentons

07

Kraken Technology Group und NVL Group gründen ein Joint Venture für militärische und zivile Plattformen.

Industrial

Kraken Technology Group / NVL Group

Clifford Chance

n.v.


Deal der Woche

Adyen kauft Talon.One für 750 Mio. € und baut Commerce Plattform aus 

Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen übernimmt die Berliner Loyalty Plattform Talon.One für rund 750 Millionen Euro und erweitert damit gezielt sein Leistungsangebot im Bereich datengetriebener Kundenbindung. Die Gründer reinvestieren einen signifikanten Teil der Erlöse in Adyen Aktien und bleiben so eng an die weitere Entwicklung gebunden.

Mit der Integration ergänzt Adyen seine Payment Infrastruktur um Incentive und Loyalty Funktionen entlang der gesamten Customer Journey. Ziel ist eine stärkere Verzahnung von Zahlungsabwicklung und Marketingsteuerung, wodurch Händler ihre Kundenbeziehungen effizienter monetarisieren können.

Die Transaktion zeigt die zunehmende Dynamik rund um plattformbasierte Geschäftsmodelle im Commerce Umfeld und verdeutlicht, wie Anbieter ihre Wertschöpfung durch zusätzliche Software Layer gezielt ausbauen. 

Adyen wurde von Hengeler Mueller und De Brauw Blackstone Westbroek beraten.


OECD-Mindeststeuer erhöht Druck auf globale Konzerne 

Die Einführung der OECD-Mindeststeuer von 15 % zeigt 2025 erstmals spürbare finanzielle Auswirkungen auf europäische Konzerne. Laut der Deloitte OECD Minimum Tax Impact Study 2026 haben die analysierten Unternehmen ihre Ergänzungssteuern auf insgesamt 563,8 Millionen CHF mehr als verdoppelt. Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei international tätigen Gruppen mit komplexen Steuerstrukturen.

Die Belastung konzentriert sich klar auf Pharma und Finanzdienstleistungen, die gemeinsam rund 90 % der Zusatzsteuern tragen. Die Grafik unten aus der Deloitte-Studie zeigt, dass insbesondere Medizinaltechnik und Finanzunternehmen überdurchschnittlich betroffen sind, während andere Branchen nur marginale Effekte sehen. Gleichzeitig nimmt die Anzahl betroffener Unternehmen zu, was auf eine breitere Wirkung der Regulierung hindeutet.

Ein markantes Beispiel ist Julius Bär, das als einziger analysierter Konzern in die Kategorie hohe Betroffenheit fällt. Die Steuerbelastung stieg von 0,3 Millionen CHF auf 22 Millionen CHF, getrieben durch die neue Income Inclusion Rule, die seit 2025 auch Auslandserträge erfasst. Für global aufgestellte Unternehmen wird damit die Standortwahl und Steuerstruktur zunehmend zu einem strategischen Faktor.


Investoren bleiben trotz Marktturbulenzen im Fondsmarkt investiert

Der Schweizer Fondsmarkt verzeichnete im ersten Quartal 2026 trotz geopolitischer Unsicherheiten und schwächerer Börsenentwicklung starke Kapitalzuflüsse. Laut der Asset Management Association Switzerland (AMAS) flossen rund 17,6 Mrd. CHF Neugeld in den Markt, insbesondere in Aktienfonds und Obligationenfonds. Gleichzeitig fiel das Wachstum des Gesamtvermögens mit lediglich 2,1 Mrd. CHF vergleichsweise gering aus, da die Marktperformance im März deutlich unter Druck geriet.

Bemerkenswert ist die anhaltend hohe Risikobereitschaft vieler Anleger. Selbst während der stärkeren Marktkorrektur im März verzeichneten Aktienfonds weiterhin Nettozuflüsse, während Kapitalerhaltungsprodukte deutliche Abflüsse sahen. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Investoren kurzfristige Volatilität zunehmend akzeptieren und stärker auf langfristige Marktteilnahme statt defensive Umschichtungen setzen.

Die AMAS-Grafik, die in einer finews.ch-Analyse aufgeführt ist, zeigt zudem die starke Konzentration im Schweizer Fondsmarkt. UBS dominiert mit 36,7 % Marktanteil klar vor Swisscanto und BlackRock, während die zehn größten Anbieter zusammen rund drei Viertel des gesamten Marktvolumens kontrollieren. Die Konsolidierung und Skalierung im Asset Management bleibt damit ein prägender Trend im europäischen Fondsmarkt.


Bertelsmann baut Musikgeschäft zum globalen Wachstumstreiber aus

Mit der geplanten Fusion von BMG und Concord setzt Bertelsmann auf einen der größten Deals seiner Unternehmensgeschichte und stärkt gezielt sein internationales Musikgeschäft. Das kombinierte Unternehmen soll 2026 einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden US-Dollar sowie ein Ebitda von 730 Millionen US-Dollar erzielen. Gleichzeitig verschiebt sich der strategische Fokus des Konzerns weiter in Richtung skalierbarer IP- und Rechteplattformen.

Die Transaktion zeigt, wie stark Musikrechte und Content-Kataloge als langfristige Vermögenswerte an Bedeutung gewinnen. Bertelsmann erwartet zusätzliche Wachstumspotenziale durch digitale Distribution, KI-gestützte Monetarisierung und globale Vermarktung von Musikrechten. Besonders im Wettbewerb mit Universal, Sony und Warner wird Größe zunehmend zum entscheidenden Faktor, um attraktive Kataloge und Künstlerrechte sichern zu können.

Die Grafik ober aus der manager magazin-Analyse verdeutlicht zudem die neue Konzernstruktur nach der Fusion. Mit einem kombinierten Umsatz von 2,2 Milliarden Euro rückt das Musikgeschäft deutlich näher an zentrale Sparten wie Arvato oder Penguin Random House heran und reduziert langfristig die Abhängigkeit von klassischen TV-Erlösen. Gleichzeitig steigt die Bedeutung des US-Geschäfts innerhalb des Bertelsmann-Konzerns weiter an.


Neue Energiekrise erhöht Inflationsdruck in Europa

Der starke Anstieg von Öl- und Gaspreisen infolge des Iran-Krieges weckt Erinnerungen an die Energiekrise 2022. Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnten die höheren Energiepreise erneut erheblichen Druck auf Verbraucherpreise, Unternehmen und Geldpolitik ausüben. Besonders betroffen wären erneut Lebensmittel, Heizkosten und Treibstoff, die zusammen rund ein Fünftel der durchschnittlichen Haushaltsausgaben ausmachen.

Anders als 2022 startet Europa jedoch nicht aus einem bereits stark inflationären Umfeld heraus. Dennoch zeigen erste Frühindikatoren wieder steigenden Preisdruck: Die Inflationsrate in Deutschland stieg von 2,1 % im Januar auf 2,7 % im März 2026. Die Grafik aus der IW-Studie zeigt insbesondere bei handelbaren Gütern und angebotsseitig bestimmten Gütern einen deutlichen Anstieg der Preisindizes im März 2026, was als möglicher Frühindikator für weitere Inflationsschübe gilt.

Die Studie verweist zudem auf strukturelle Risiken für Unternehmen und Verbraucher. Europas Gasspeicher seien aktuell sogar niedriger gefüllt als während der Krise 2022, während gleichzeitig höhere Energiepreise die Produktionskosten vieler Branchen erhöhen. Eine Simulation des IW deutet darauf hin, dass die Inflationsrate in Deutschland bis Dezember 2026 auf 4,6 % steigen könnte, auch wenn das Niveau voraussichtlich unter dem Höchststand von 2022 bleiben würde.


Personalien

Stay in the loop on M&A rumors and news Subscribe to M&A Teaser