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Milliarden-Deal: Bayer übernimmt Perfuse

Germany 10 min read
Author
Jens Hohnwald

Entsteht in Österreich gerade einer der unterschätztesten Deeptech-Standorte Europas? 

Ein aktueller Elsevier-Report zeigt, dass Österreich trotz lediglich 0,11 % der Weltbevölkerung rund 0,8 % der globalen Forschungsleistung generiert und dabei eine um 54 % höhere Forschungsqualität als der weltweite Durchschnitt erreicht. 

Besonders stark positioniert sich der Standort in Bereichen wie KI, Quantentechnologie und Advanced Materials, während 67 % aller wissenschaftlichen Publikationen in internationaler Zusammenarbeit entstehen. Gleichzeitig entwickeln sich Universitäten wie die TU Wien, WU Wien und TU Graz zunehmend zu Treibern erfolgreicher M&A- und IPO-Exits im europäischen Deeptech-Ökosystem. 

Weitere relevante Entwicklungen aus dem Markt:

  1. Bayer übernimmt das US-Biotechunternehmen Perfuse Therapeutics für bis zu $2,45 Mrd. und stärkt damit sein Portfolio im Bereich ophthalmologischer Therapien.
  2. Talanx übernimmt den mexikanischen Versicherer Afirme Seguros und baut damit seine Marktposition in Lateinamerika weiter aus.
  3. Eon übernimmt den britischen Energieanbieter Ovo und stärkt damit sein Geschäft im britischen Energiemarkt.

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit bei Ihrem nächsten M&A-Deal haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme über LinkedIn.

Vielen Dank fürs Lesen. 



Deal tracker

TransaktionBrancheKäuferKäuferberaterVerkäuferberater
01

Bayer übernimmt das US-Biotechunternehmen Perfuse Therapeutics für bis zu $2,45 Mrd.

Healthcare/pharma

Bayer

n.v.

n.v.

02

Talanx übernimmt den mexikanischen Versicherer Afirme Seguros zur Stärkung seines Lateinamerika-Geschäfts.

Insurance

Talanx

n.v.

n.v.

03

Eon übernimmt den britischen Energieanbieter Ovo zur Stärkung seines Geschäfts in Großbritannien.

Energy

Eon

n.v.

n.v.

04

Lufthansa übernimmt weitere 49 % an ITA Airways und plant die vollständige Integration der Airline ab 2027.

Consumer

Lufthansa Group

n.v.

n.v.

05

Sagard hat das Private-Equity-Geschäft der Genfer Investmentboutique Unigestion integriert. Dadurch entsteht eine globale Plattform mit über $23 Mrd. verwaltetem Private-Equity-Vermögen.

Financial services

Sagard

n.v.

n.v.

06

Sanha übernimmt BTE Biegetechnik Engineering und stärkt damit seine Fertigungstiefe in der mechanischen Rohrverarbeitung.

Industrial

Sanha

n.v.

Görg

07

SAP übernimmt das US-KI-Unternehmen Dremio und erweitert damit seine Business Data Cloud um Funktionen zur Integration und Analyse von Daten aus SAP- und Fremdsystemen.

TMT

SAP

n.v.

n.v.


Deal der Woche

SAP stärkt KI-Strategie mit Dremio-Übernahme

SAP übernimmt das US-Unternehmen Dremio und baut damit seine Position im Bereich Künstliche Intelligenz und Dateninfrastruktur weiter aus. Die Data-Lakehouse-Plattform von Dremio ermöglicht es Unternehmen, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen zu verknüpfen und für Analytik sowie KI-Anwendungen nutzbar zu machen – ohne komplexe und zeitintensive Datenmigrationen.

Mit der Integration in die SAP Business Data Cloud will der Konzern eines der zentralen Probleme im Enterprise-KI-Markt adressieren: fragmentierte Datenstrukturen, die den Einsatz von KI-Anwendungen bremsen. Gleichzeitig positioniert sich SAP stärker als Plattform für agentische KI und datenbasierte Geschäftsprozesse.

Die Transaktion unterstreicht, wie intensiv der Wettbewerb um AI-ready Datenplattformen und skalierbare KI-Infrastrukturen geworden ist – insbesondere im Spannungsfeld zwischen europäischen, US-amerikanischen und chinesischen Technologieanbietern.


KI-Nutzung erreicht neue Dynamik in Europa

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend vom Experiment zur breiten Anwendung im Alltag und in Unternehmen. Laut dem aktuellen „AI Diffusion Report“ von Microsoft stieg die weltweite KI-Nutzung im ersten Quartal 2026 auf 17,8 % der erwerbsfähigen Bevölkerung – nach 16,3 % im Vorquartal. Besonders stark bleibt die Dynamik in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und Norwegen.

Österreich behauptet dabei weiterhin eine überdurchschnittlich starke Position im globalen KI-Ranking. Mit einer Nutzungsrate von 34,1 % liegt das Land weltweit auf Platz 18, womit bereits mehr als jede dritte Person zwischen 15 und 64 Jahren aktiv KI-Anwendungen nutzt. Die untenstehende Grafik aus dem Microsoft-Report zeigt die Entwicklung der KI-Nutzung zwischen Q4 2025 und Q1 2026 sowie die zunehmende internationale Divergenz bei der Technologieadaption.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem neue KI-Anwendungen im Bereich Softwareentwicklung, Automatisierung und Produktivität. Gleichzeitig verschiebt sich die globale Innovationsdynamik zunehmend Richtung Asien, während Europa versucht, seine Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen in Infrastruktur, Partnerschaften und digitale Kompetenzen zu sichern.


Die Weltwirtschaft fragmentiert sich zunehmend in regionale Machtblöcke

Die Ära der grenzenlosen Globalisierung verliert zunehmend an Bedeutung. Laut der Studie „Das Ende der offenen Märkte: Geopolitik und Europas Handlungsfähigkeit“ fragmentiert sich die Weltwirtschaft immer stärker entlang geopolitischer Interessen, Handelsräume und strategischer Allianzen.

Die Grafik unten aus der Studie zeigt, dass der intraregionale Handel insbesondere in stark integrierten Wirtschaftsräumen wie dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder Nordamerika dominiert. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Versorgungssicherheit, geopolitische Kontrolle über Rohstoffe sowie regionale Industriepolitik an Bedeutung, während globale Kooperationen zunehmend unter Druck geraten.

Für Europa bedeutet diese Entwicklung laut den Autoren eine strategische Herausforderung. Statt weiterer Abhängigkeiten von den USA oder China brauche es stärkere europäische Integration in Bereichen wie Energie, Verteidigung, Kapitalmärkte und Infrastruktur, um Wettbewerbsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit langfristig zu sichern.


Der deutsche Arbeitsmarkt verliert an Dynamik 

Die konjunkturelle Schwäche beginnt zunehmend auf den deutschen Arbeitsmarkt durchzuschlagen. Laut der IW-Konjunkturprognose 2026 wird die Zahl der Erwerbstätigen erstmals seit Jahren zurückgehen, während Arbeitslosigkeit und Unsicherheit steigen. Die Tabelle zeigt, dass die Zahl der Erwerbstätigen 2026 um rund 190.000 Personen sinken soll, während die Zahl der Arbeitslosen auf rund 3 Millionen ansteigt. Gleichzeitig bleibt das reale BIP-Wachstum mit lediglich 0,4 % äußerst schwach.

Besonders problematisch ist laut Studie, dass die wirtschaftliche Schwäche nicht nur zyklisch, sondern zunehmend strukturell geprägt ist. Hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten, schwache Exportmärkte und geringe private Investitionen belasten Industrie, Bauwirtschaft und konsumnahe Dienstleistungen gleichermaßen. Unternehmen verschlechtern ihre Produktions- und Investitionserwartungen deutlich, was sich zunehmend auf Beschäftigung und Konsum auswirkt.

Trotz leicht steigender Arbeitszeit und minimalem Produktivitätswachstum bleibt die deutsche Wirtschaft laut IW damit in einer „instabilen Seitenlage“. Wachstum wird derzeit vor allem durch staatliche Ausgaben und Verteidigungsinvestitionen gestützt, während die privatwirtschaftliche Dynamik weiter stagniert.


Österreich etabliert sich als europäischer Deeptech- und Forschungsstandort

Österreich positioniert sich zunehmend als „small but excellent“ Science- und Technologie-Nation. Der aktuelle Elsevier-Report „Austria as a Science and Technology Nation“ zeigt, dass das Land trotz lediglich 0,11 % der Weltbevölkerung rund 0,8 % der globalen Forschungsleistung generiert und dabei eine 54 % höhere Forschungsqualität als der weltweite Durchschnitt erreicht. Besonders stark ist Österreich in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie und Advanced Materials.

Die Studie hebt zudem die außergewöhnlich starke internationale Vernetzung des Standorts hervor. Rund 67 % aller wissenschaftlichen Publikationen entstehen in internationaler Zusammenarbeit – deutlich mehr als im EU-Durchschnitt von 43 %. Gleichzeitig zeigt sich eine enge Verzahnung zwischen Wissenschaft und Industrie: 8,8 % der österreichischen Forschungsarbeiten entstehen gemeinsam mit Unternehmen, mehr als doppelt so viel wie im EU-Schnitt.

Besonders sichtbar wird diese Dynamik im österreichischen Deeptech-Ökosystem. Die Grafik aus dem Elsevier-Report zeigt, dass vor allem die TU Wien, WU Wien und TU Graz seit 2014 die meisten erfolgreichen Exits über M&A-Transaktionen und IPOs hervorgebracht haben. Universitäten entwickeln sich damit zunehmend zu zentralen Treibern für Innovation, Technologietransfer und Venture-Building in Österreich.


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